Wermelskirchen: Tipps für mehr Sicherheit im Alltag

Wermelskirchen: Tipps für mehr Sicherheit im Alltag

Seniorenbeirat und Polizei informieren über Sicherheit im Alltag und zu Hause. Skepsis gegenüber Fremden sei angebracht, um auf Tricks nicht hereinzufallen.

"Der Seniorenbeirat veranstaltet nicht nur Unterhaltungsnachmittage mit Kaffee, Kuchen und Musik, sondern möchte auch informieren", sagen Christiane Beyer und Werner Allendorf. "Zweimal im Jahr laden wir zu einem Thema ein und Interessierte können dann gezielt kommen". Sicherheit im Alltag und Sicherheit zu Hause lauteten die Themen, zu denen der Beirat Kriminalhauptkommissar Rüdiger Heil als Referenten eingeladen hatte.

Heil arbeitet im Bereich Prävention und Opferschutz. "Die Generation 60 plus hat doch Lebenserfahrung. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, dann sind Sie meistens auf der sicheren Seite", empfahl der Kommissar. Nach der Statistik ist die Angst vor Kriminalität unbegründet. Doch das Sicherheitsgefühl wird durch Medien, Erzählungen und Bilder geprägt. "Wer viel weiß, macht sich mehr Sorgen, obwohl es nicht stimmt", sagte Heil. Nach der Statistik im Rheinisch-Bergischen Kreis mit 1398 Taten lag der Anteil der Opfer über 65 Jahren bei 22,8 Prozent.

Beim klassischen Handtaschenraub, beim Raub auf der Straße oder in der Wohnung ist der Anteil der 60- bis 70-jährigen sehr klein. Aber immer noch sind die "Klassiker" im kriminellen Gewerbe erfolgreich. Der Handwerker-Trick, die Bitte um ein Glas Wasser, die Blumen- oder Geschenkabgabe für Nachbarn, das Vortäuschen einer amtlichen Handlung oder die Bitte um einen Toilettenbesuch. "Sie sind nicht verpflichtet, einen Fremden auf Ihre Toilette zu lassen", machte Heil deutlich. "Das ist Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, aber ein gesundes Misstrauen ist angebracht".

Vielleicht sei es die anerzogene Höflichkeit der älteren Generation, die zum Erfolg dieser Verbrechen beitragen. "Wegwerfen", lautete die Empfehlung des Polizisten, wenn es um Gewinnbenachrichtigungen per Post geht. "Auch Erbschaften, meist aus dem Ausland, sind doch ziemlich unwahrscheinlich. Sie müssten ja wissen, ob Sie einen Onkel in Spanien haben", sagte Heil. Auf Nachfrage erfährt Heil, dass einige Besucher zu Hause einen Riegel oder eine Kette an der Tür haben. Und die Besucher gaben zu, dass diese Dinge meist nicht genutzt werden.

"Diese Sicherheitseinrichtungen verhindern Straftaten, nutzen Sie diese Einbauten". Ziemlich neu und perfide ist "Spoofing", eine Telefonmasche, bei der eine bekannte Nummer aus dem Arbeits- oder dem privaten Bereich angezeigt wird. Bei privaten Nummern hilft ein Kontroll-Rückruf. "Aber wenn die 110 im Display erscheint, ist etwas faul. Keine Polizeistation ruft Sie unter der Notrufnummer an", sagt Heil. "Seien Sie wachsam, aufmerksam und hören Sie auf Ihren Bauch", empfahl der Kommissar.

(RP)