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Tierschutz in Wermelskirchen: Jäger wollen Kitze mit Drohne retten

Tierschutz in Wermelskirchen : Jäger starten Spendenaktion: Kitze mit Drohne vor dem Tod retten

Vor dem Mähen gehen Jäger und deren Helfer oft stundenlang die Wiesen ab – nicht immer finden sie alle Kitze. Denn sie ducken sich gekonnt weg. Eine Wärmebildkamera ist erfolgsversprechender.

„Das Geschrei läuft mir heute noch hinterher!“ Gabi Fiebig ist Jägerin und Falknerin mit eigenem Revier seit vier Jahren. Im Frühjahr vor dem ersten Schnitt der Wiesen sind Jäger in allen Revieren unterwegs, um Rehkitze, Bodenbrüter oder Junghasen vor dem Mähtod zu retten. „Es gibt nichts Schlimmeres als ein verstümmeltes, schreiendes Rehkitz zu hören“, berichtet sie im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das geht durch Mark und Bein.“ Trotz dreistündiger Suche nach einem Kitz ist das jetzt passiert. Deshalb soll eine Drohne mit Wärmebildkamera angeschafft werden, die die Suche der Jäger in den Revieren unterstützen soll. „Die Finanzierung soll über eine Spendenaktion erfolgen. Denn die Anschaffungskosten sind hoch“, sagt sie.

Meistens bekommen die Revierpächter am Vorabend der Mäharbeiten die Infos der Landwirte. „Wir organisieren dann schnellstens Leute, die ab 4.30 Uhr zu Fuß die Felder absuchen.“ Bis zu zehn Stunden sind diese „Suchtrupps“ teilweise unterwegs, man unterstützt sich gegenseitig, denn es ist schwierig, genügend Helfer zu finden. Und oft wird auf den Wiesen gleichzeitig gemäht. Die gefundenen Tiere werden in Kästen gesetzt und nach der Mahd wieder auf die Wiese zurückgebracht.

„Wir waren in Eipringhausen drei Stunden unterwegs. Ein Kitz hatten wir gefunden, und wir waren sicher, dass das Reh noch ein zweites im hohen Gras abgelegt hatte.“ Wenn der Helfer zu Fuß durch die Wiesen streift, ist nicht immer sicher, dass das Kitz gefunden wird. „Es duckt sich weg. Es kann direkt neben dem Fußtritt liegen, und Du siehst es nicht.“ So auch an diesem Tag: Das Kitz lag im Randbereich des Feldes. Es musste erlöst werden.

Von einem guten Bekannten aus dem Münsterland hatte sich Fiebig dann eine Drohne mit Wärmebildkamera ausgeliehen und getestet – „da war ich begeistert. Wo wir sonst drei Stunden brauchen, überfliegen wir die Wiese in 15 Minuten und sind auf der sicheren Seite“, berichtet sie. Man sehe mit der Wärmebildkamera noch so kleine Punkte – Kitze, Bodenbrüter, Junghasen.

Die Jägerin und Falknerin Gabriele Fiebig mit Bussard „Lotti“ in der Innenstadt von Wermelskirchen. Foto: Teifel, Udo (tei)

Da die Anschaffungskosten für so eine Drohne hoch sind, hat sie einen Verein gegründet (Verein für Greifvogel- und Wildschutz Revier 6 Wermelskirchen), um Zuwendungsbestätigungen für Spenden zu ermöglichen. Landwirten und Jägern soll geholfen werden, das Leben der Hasen, Bodenbrüter und Kitze zu retten – 4000 Euro werden benötigt, 120 Euro sind bereits auf der Homepage “betterplace.de“ eingetroffen.

Fiebig braucht noch weitere Unterstützung. „Jede Spende wird ausschließlich für die Drohne verwendet. Im Sinne des Tierschutzes: Helfen Sie uns, unser Projekt zu unterstützen“, so ihr Appell.

Info Über die Seite „www.fie-big.com“ des Vereins können Interessierte Kontakt zu Gabi Fiebig aufnehmen.