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Wermelskirchen: Tauben und Hühner vereint in der Voliere

Wermelskirchen : Tauben und Hühner vereint in der Voliere

Die Stallpflicht trifft auch die Rassegeflügelzüchter. Der Straußenfarmer Klaus Stöcker bereitet jetzt den Umzug der Jungtiere an die Südstraße in Dabringhausen vor.

H5N8 beschäftigt nun auch die Wermelskirchener Geflügelhalter und -züchter: Das Land NRW hat jetzt die Aufstallungspflicht beschlossen - Geflügel jeglicher Art darf nicht mehr frei rumlaufen. Damit soll vermieden werden, dass das heimische Geflügel mit dem Kot von Wildvögeln in Kontakt kommt - denn manche Zugvögel tragen diesen Virus in sich und verbreiten ihn über den Kot. Hobbyzüchter Rüdiger Metzner hat schon vor Wochen reagiert: "Normalerweise sind meine Hühner den ganzen Tag draußen. Aber seit dem ersten Ausbruch im Norden habe ich diese Haltung auf zwei Stunden reduziert."

Metzner ist Vorstandsmitglied des Rassegeflügelzuchtvereins Bergisches Land/Wermelskirchen. "Wir halten unsere Tiere alle artgerecht, also lassen wir sie morgens aus dem Stall und bringen sie abends dort wieder sicher unter." Der Vorstand sei rechtzeitig informiert worden und habe über die Stallpflicht schnellstens die Mitglieder in Kenntnis gesetzt. So würden Tauben wie auch Geflügel inzwischen in Ställen oder Volieren gehalten. "Diese Volieren sind spatzendicht. So bezeichnen wir Volieren mit einem Deckel aus Pappe oder Kunststoff." Damit würde kein Kot von Spatzen in die Voliere gelangen. "Viele Kollegen haben solche Volieren. Oben sitzen die Tauben, unten die Hühner, die jetzt auch frische Luft bekommen." Er habe auch keine Platzprobleme mit seinen zehn Rassehühnern. "Es gibt auch Kollegen mit bis zu 50 Hühnern. Aber unter Vereinskollegen gibt es da keine Probleme - wer Platzprobleme bekommt, dem wird kollegial geholfen."

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Viel Arbeit kommt auf den Straußenfarmer Klaus Stöcker in Emminghausen zu. Schon vor vier Wochen hatte er seine Straußenfarm abgeriegelt - Fremde kamen nicht mehr zu den Tieren. Er war noch optimistisch, dass es in NRW keine Aufstallungspflicht geben werde. Überlegungen zur möglichen Unterbringung hatte er sich aber frühzeitig gemacht. Nun wird es auch für ihn ernst. "Ich werde alle Tiere einsperren. Wir müssen jetzt noch einige Tore fertigen, damit die Zuchttiere auch in den Stallungen bleiben." Das wird jetzt einige Tage in Anspruch nehmen, denn schließlich muss der Farmer noch die Materialien bestellen.

Umgesiedelt werden vor allem Küken und Jungtiere. Die wollte Stöcker eigentlich in seiner neuen Betriebsstätte an der Wustbacher Straße unterbringen, wo eine Halle mit rund 400 Quadratmetern noch nicht genutzt wird. "Doch da ist es durch die Produktion für die Jungtiere einfach zu laut." Das Ausweichdomizil liegt in Dabringhausen. In der Südstraße, wo bislang die Fräserei und die Rundschleiferei untergebracht waren, werden wahrscheinlich ab nächster Woche Strauße einquartiert. "Es sind ruhige Tiere. Die Nachbarn brauchen sich keine Sorgen machen. Hühner wären lauter", sagt Stöcker.

Doch vorher muss die Halle noch hergerichtet werden. "Ich habe jetzt 300 Quadratmeter Bautenschutzmatten bestellt. Diese zehn Millimeter dicken Gummimatten werden auf den glatten Industrieboden geklebt. Wir werden dann die Räume noch mit mobilen Zäunen aufteilen. Aber das müssen wir dann vor Ort entscheiden, wenn wir die Tiere anliefern." Ventilatoren, aber auch Fenster sorgen für genügend Frischluft.

Ob er eine Ausnahmegenehmigung beantragen wird, ließ er gestern offen. Eine Straußenfarm in Schleswig-Holstein hatte diese bei der dortigen Landesregierung beantragt - sie war genehmigt worden. "Ich muss auf jeden Fall die Vorbereitungen treffen, die Tiere aufzustallen, beziehungsweise fristgerecht umzusiedeln", sagte er.

(RP)