Karneval: Tanzgarden bringen Schwung ins Pfarrzentrum von St. Michael

Karneval: Tanzgarden bringen Schwung ins Pfarrzentrum von St. Michael

Auch wenn es besonders für Tanzgruppen im Saal des Pfarrzentrums von St. Michael etwas beengt zugeht, waren es die Garden, die am gestrigen Sonntag bei der karnevalistischen Matinée der Karnevalsgesellschaft (KG) Rot-Weiß unter dem altbekannten Motto „Freude unter‘m schiefen Turm“, Schwung in die „Bude“ brachten.

Das grün-weiße Tanzcorps der Grunewalder aus Dabringhausen wurde seiner Rolle als „Eisbrecher“ zum Einstand in das fast dreistündige Programm gerecht und gehört zu den Stammgästen der KG der Katholischen Pfarrgemeinde. Das blau-gelbe Männerballett der Dhünnschen Jecken trat erstmals bei der rot-weißen Matinée auf. Leicht dezimiert, mit zehn der ansonsten 13 männlichen Tanzmariechen – weshalb das Männerballett auch den Spitznamen „Die wilde 13“ trägt – kamen die Gäste aus „Wermelskirchen 3“ nach „Wermelskirchen 1“. So formulierte es der Jecken-Geschäftsführer Mayk Dinstühler humorvoll in Erinnerung an die einstige postalische Gliederung. „Wir haben das Männerballett als Ersatz für den eigentlich angedachten Auftritt des Dabringhausener Dreigestirns verpflichtet“, zeigte sich Sitzungspräsident Winfried Miotk dankbar für die Zusage der Dhünnschen. Die närrischen Tollitäten weilten derweil auf einer Herrensitzung in Köln.

Rund 100 Besucher verfolgten das Programm der KG Rot-Weiß. Traditionell bewährte Kräfte hatten sich dafür wieder Lieder, Sprüche und Reden einfallen lassen. So sind die „Botzeträger“ oder die „Bröder“ bei Rot-Weiß gar nicht wegzudenken. Letztere, Erhard und Winfried Miotk, blickten weit auf Wermelskirchener Geschehnisse zurück. Beispielsweise nahmen sie den Küchenbrand im Hotel „Zur Eich“ auf die Schippe: „Da gehörten wohl zwei Kabel nicht zusammen.“ Und dem ersten Bürger der Stadt, Bürgermeister Rainer Bleek, schrieben sie ins Stammbuch: „Bevor du schreitest zur Tat, denk‘ an die Bröder und frag‘ uns um Rat.“

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Als „Frau Müller-Lüdenscheid“ trat Beate Miotk ans Mikrofon: „Neulich wollte ich mir eine Jeans kaufen. Fragt der Verkäufer, ob Skinny, Regular, Straight oder oder oder. Meine Antwort: Blau.“ In der Bütt verwandelte sich Redner Udo Wien in einen Schüler, der einen Aufsatz darüber schreibt, wie ein evangelischer Junge im Rahmen der Ökumene in einem katholischen Gottesdienst landet: „Erst hat es gebimmelt, dann kamen zwei kleine Pastörchen und dahinter ein großer.“

Bei einer Matinée über die Mittagszeit kann durchaus ein „kleines Hüngerchen“ aufkommen. Damit das Magenknurren nicht zu stark wurde, sorgten die fleißigen Helfer der KG St. Michael mit Mettbrötchen, Erbsensuppe und Bockwürstchen für den nötigen, zum Karneval passenden Imbiss. Alkoholfreie Kaltgetränke und natürlich das eine oder andere Kölsch stellten sicher, dass die Kehlen für das freudige Lachen „unter‘m schiefen Turm“ nicht austrockneten.

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