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Wermelskirchen: Tag der Architektur im neuen Tente Rollen-Campus

Wermelskirchen : Tag der Architektur im neuen Tente Rollen-Campus

Kommunikation braucht Anstöße. Denk-Anstöße. Sie spiegeln sich wider in der Philosophie der Innenarchitektin Marion Großkemm: "Zeitlose und qualitätsvolle Gestaltung in Form und Material immer im Spannungsfeld zwischen Innen und Außen, zwischen dem Ganzen und dem Detail, zwischen dem Ort und dem Raum."

Das wird beeindruckend sichtbar in der Realisation der Innenräume des im Juni 2017 fertiggestellten Ausstellungs- und Schulungsgebäudes der Tente Rollen GmbH in Wermelskirchen-Herrlinghausen. Das gesamte Gebäude hatte die Arbeitsgemeinschaft der Architekturbüros /Monse + Molnar und Großkemm + Richard konzipiert. Am Tag der Architektur am Sonntag hatten Besucher die Möglichkeit, das Gebäude kennenzulernen.

Das zweigeschossige Gebäude beherbergt Schulungsräume und die Büroflächen für den Vertrieb International. "Hier holt Tente Rollen seine internationalen Kunden aus der ganzen Welt nach Wermelskirchen," sagte Großkemm. Damit wird bereits äußerlich sichtbar, dass Wermelskirchen für das Unternehmen der Nabel der Welt bedeutet.

Die Besucher, bereits beeindruckt durch die äußere imposante, jedoch nicht klotzige Form des zweigeschossigen Gebäudes mit einem kreisrunden Mittelteil und zwei Gebäudeflügeln, kamen auch innen aus dem Staunen nicht heraus. Sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss sind innerhalb des runden Mittelbaus Empfang, Lobby, Terrasse und eine Ausstellung zur Historie der Firma untergebracht. Die Fassade der Ausstellungs- und Schulungsbereiche sind großflächig zu beiden Raumlängsseiten verglast und liefern den Blick auf einen grünen Freizeitpark, der mit dem Gebäude korrespondiert. Die angebotenen Führungen wurden ausgiebig von interessierten Bürgern genutzt.

Die Atmosphäre im Raum beherrschen jedwede Möglichkeiten der Kommunikation ohne Schranken, sei es cool digital oder menschlich analog. Feste Innenraumwände bis auf den "Executive Meeting" Bereich existieren nicht. Rückzugbereiche sind diskret und einladend ausgestattet. Wohnliche Sitzelemente in der Lounge und in immer wieder flexibel eingestreuten Spots verhindern kommunikative Barrieren.

Das Rollensymbol taucht immer wieder diskret auf. Ein Beispiel für Denkanstöße liefert das WC: Der Waschbereich ist zweigeteilt. Eine Hälfte füllt ein großer Spiegel aus, die andere Hälfte liefert den transparenten Durchblick in den gegenüberliegenden, symmetrischen Waschraum.

Das irritiert auch auf den zweiten Blick: Plötzlich stehen sich Frau und Mann händewaschend Aug in Aug gegenüber, nachdem sie sich kurz vorher noch im Spiegel alleine betrachtet haben. Das könnte eine provokante Gelegenheit für Gesprächsanfänge sein.

Die Geschäftsführung liebt die Kunst. Das ist im neuen Campus deutlich zu erkennen. Exponate und künstlerische Beschreibungen betonen die kreative Atmosphäre dieser neuen Anlage.

(RP)