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Sternsinger-Aktion in Wermelskirchen

Sternsingeraktion in Coronazeiten : Wegen Corona: Sternsinger an Segensstationen im Einsatz

Vor dem Gemeindehaus und dem Supermarkt in Dabringhausen verschenken Kinder in Grunewald Segensaufkleber und sammeln Spenden für Kinder in der ganzen Welt.

Sarah Luisa und Emma haben sich warm angezogen. Die goldenen Kronen thronen auf den Mützen, die glänzenden Umhänge haben sie über den Winterjacken festgebunden. Die Hände stecken in warmen Handschuhen und halten die Spendendosen. „Es ist schon doof, dass wir dieses Jahr nicht losziehen können“, sagt Sarah Luisa (9), „aber es ist schön, dass wir überhaupt was machen können.“ Die beiden Mädchen stehen vor dem Edeka-Markt in Dabringhausen. „Wir wollen Geld für Kinder in der ganzen Welt sammeln, damit sie in die Schule gehen oder ein Instrument lernen können“, sagt Emma. Weil die Corona-Pandemie den Spaziergang von Tür zur Tür und das Singen unmöglich gemacht hat, haben die Grunewalder umgeplant. Sie verschenken den Segen am Samstagmorgen vor dem Supermarkt. Wer mag, kann einen Aufkleber mit der berühmten Buchstaben-Zahlen-Folge mitnehmen.

„Es ist uns wichtig, gerade in diesen Zeiten den Segen zu den Menschen zu bringen“, sagt Andrea Spieß, die für die Grunewalder Katholiken die Aktion mitorganisiert. Sie steht ein paar Schritte weiter an einem Tisch, an dem sie Aufkleber ausgibt. Die Melodien, die die Kinder sonst an den Haustüren singen, schallen nun leise aus Lautsprechern. Deshalb hat sie gemeinsam mit den rund 30 Sternsingern aus Grunewald Segensstationen eingerichtet. Am Freitag nahmen die Kinder bereits am Evangelischen Gemeindehaus Aufstellung, auch nach den Messen in Grunewald verschenken die Sternsinger Aufkleber und bitten um Spenden. Die Unterstützung der Geschäftsleute und der Eltern sei toll. Viele Aufkleber seien bereits in Briefkästen geworfen worden. Wer noch keinen hat, holt ihn sich am Samstagmorgen beim Einkaufen. „Viele Leute sind total dankbar“, erzählt Andrea Spieß.

Das erleben auch die Sternsinger. „Viele freuen sich, dass sie einen Aufkleber bekommen“, erzählt Sarah Luisa, „und die Leute spenden auch viel Geld für die Kinder.“ Gerade kommt eine Mutter mit ihren Kindern zum Supermarkt: „Oh, heute sind es die zwei heiligen Könige“, sagt sie lachend und freut sich dann über die Offenheit der beiden Mädchen, die ihr Aufkleber und Spendendose entgegenhalten. Ein Herr, der gerade mit dem Einkauf fertig ist, kommt auf die Mädchen zu und fragt nach dem Aufkleber: „Ich habe mich schon gefragt, wie ich ihn dieses Jahr bekommen soll“, sagt er und wirft Münzen in die Dose.

Sarah Luisa und Emma sind an diesem Vormittag die zweite Schicht – vor ihnen haben Luisa und Pia Geld gesammelt und Aufkleber verteilt. „Wir haben gemerkt, dass die Kinder die Aktion nicht einfach ausfallen lassen wollten“, sagt Andrea Spieß. Alle angemeldeten Jungen und Mädchen, die eigentlich von Haus zu Haus ziehen wollten, seien nun bei den Segensstationen dabei. „Und oft machen die Sternsinger sogar freiwillige Überstunden“, erzählt Andrea Spieß und freut sich, als die Mädchen Aufkleber-Nachschub am Tisch abholen, um den Segen weiter verteilen zu können.