Statt Baustraße zum Meisenweg sollen Häuslebauer Sicherheitsleistung zahlen

Sachstand Plangebiet Wohngebiet Dabringhausen : Häuslebauer sollen für Straßenschäden zahlen

Anwohner fordern, dass das Neubaugebiet Meisenweg über eine neue Baustraße erschlossen wird. Das lehnt der Investor aus Kostengründen ab.

Steht die angedachte Baustraße, die von der K 18 ins Neubaugebiet Meisenweg führen sollte, vor dem Aus? Die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik nach Prüfung jedenfalls aus mehreren Gründen eine andere Variante, die aber auch die Anwohner der bestehenden Siedlung vor späteren Kosten für eine Sanierung ihrer Straßen schützen soll.

Der Vorschlag klang zunächst plausibel, die Politik beauftragte daher die Stadtverwaltung mit einer Prüfung und Verhandlungen mit dem Investor über eine Baustraße. Diese wünschen Anwohner in Nähe des geplanten neuen Wohngebiets. Bau- und Lieferfahrzeuge sollen während der Bauphase über diese temporäre Straße rollen, die direkt von der K 18 abzweigen solle. Damit würden die schmalen Anwohnerstraßen vom Bauverkehr entlastet, eine Lärmbelästigung sowie gefährliche Situationen bei Begegnungsverkehr und Wendemanövern würden vermieden. Die Kosten für eine spätere Sanierung der ramponierten Fahrbahnen über Straßenausbaubeiträgen bliebe den Anliegern erspart, schließlich hätten sie bereits Anliegerbeiträge entrichtet. In ihrer Einschätzung sei es schwierig, später nachzuweisen, wer den Schaden verursacht hat und ihn zur Kasse zu bitten.

Anwohner am Finkenweg, Meisenweg und Asterweg machen sich Sorgen, dass Baufahrzeuge ihre Anliegerstraßen kaputt fahren. Foto: Solveig Pudelski

Aber der Investor lehnt den Vorschlag ab. Sein Argument: Der wirtschaftliche Rahmen des Projekts werde durch Bau, Vorhaltung und Konsequenzen der Baustraße überschritten. Sein Alternativvorschlag: Beim Verkauf der Grundstücke solle jeder Käufer einen Betrag als Sicherheit für Schäden an den Erschließungsstraßen (Meisen- und Asterweg) hinterlegen. Dieser würde dann treuhänderisch an die Stadt Wermelskirchen übergeben. Nach Ende der Baumaßnahmen könne die Stadt entstandene Schäden von diesem Geld reparieren lassen. Durch ein Fachbüro hat er eine Beispielrechnung erstellen lassen. Die Höhe eines möglichen Schadens liege bei 40.000 Euro. Die Summe würde durch die Anzahl der 17 Grundstücke erstellt, die Grundstückskäufer müssten je 2300 Euro hinterlegen. Der zu viel geleistete Betrag können an sie zurückerstattet werden.

Auf diese Beispielrechnung will sich die Stadt aber nicht stützen. Sie empfiehlt, die Planung und Kostenermittlung zur späteren Instandsetzung der Wohnstraßen Aster- und Meisenweg sowie zu eventuell erforderlichen Aufweitungen in den Einmündungsbereichen der Wohnstraßen. Außerdem sollten die erforderlichen Regelungen zum „Pauschalbetrag des Investors“ mit dem Investor abgestimmt und im städtebaulichen Vertrag festgeschrieben werden. Somit würde keine Beitragspflicht der Anlieger entstehen.

Aber nicht allein diese Kostenfrage spiele eine Rolle. Eine Baustraße wirke sich auf den Verkehrsfluss auf der K 18 aus.

Der Baustraße würde ein Teil der Baumhecke – bestehend aus Stieleiche, Hainbuche, Bergahorn, Esche und Buche – an der K 18 zum Opfer fallen. Das stehe im Widerspruch zu den Aussagen der landschaftspflegerischen Fachbeitrags und den Schutzmaßnahmen im Bebauungsplan. Es bestehe die Gefahr des Verlustes weiterer, großer Teile der Baumhecke. Die für die Baustraße entstehende Lücke unterbreche den schützenden Gehölzverbund und beeinträchtige die Standfestigkeit der verbleibenden Bäume. „Da die Einmündung zum Baugebiet im Kurvenbereich der K18 liegt, muss der Verkehr der K18 bzw. die Ein- und Abbiegevorgänge über eine Lichtsignalanlage geregelt werden“, heißt es in der Vorlage.

 Es sei mit erhöhter Lärm- und Abgasentwicklung durch anfahrende Fahrzeuge oder mit laufendem Motor wartende LKW zu rechnen. Die örtliche Topografie lässt keinen einfach zu führenden Streckenverlauf zu (bis zu ca. 20% Steigung erwartet), schwer beladene Baufahrzeuge können teils eine derartige Steigung nicht überwinden. Regen und Schnee führten zu häufigeren Reinigungs- und Räumungseinsätzen.

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