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Stand-up-Urgestein begeistert die Katt

Comedy mit Johannes Bender in Wermelskirchen : Stand-up-Urgestein begeistert die Katt

Hannes Bender ist Dauergast in Wermelskirchen. Er präsentierte sein neues Programm „Ich hab nur zwei Hände!“ Das Publikum war begeistert.

Er gehört zu den dienstältesten Dauergästen auf Deutschlands Kleinkunstbühnen – Hennes Bender, der zum ersten Mal 1997 in Wermelskirchen war, besuchte am Freitagabend wieder einmal die Katt. Im Gepäck hatte „das Cornichon des deutschen Kabaretts“, wie ihn sein Kollege Jochen Malsmheimer einmal bezeichnet hatte, sein aktuelles Programm „Ich hab nur zwei Hände!“. Von Katt-Chef Achim Stollberg als „der Mann der vielen Worte angekündigt“, wurde der gerade mal 1,62 Meter große Bochumer diesem Ruf mehr als gerecht.

In schwarz gekleidet, machte er zudem direkt klar: „Mein Programm dauert ziemlich genau zweimal 45 Minuten - ich weiß, dass manche Kollegen länger spielen, aber dafür bin ich schneller. Da habt ihr noch mehr vom restlichen Abend.“ Einen Gast hatte er ebenfalls mit dabei, und zwar den Bananengalgen. Der gehörte zu den Gegenständen, die die Künstler im Backstagebereich der Katt seit jeher empfing. „Und der war noch nie auf der Bühne. Das wollte ich mal ändern“, sagte Bender.

Und dann, als das geklärt war, schoss er die Wortkaskaden in einer ebenso hohen Frequenz ins Publikum wie die Gags. Und die kamen natürlich nicht ohne Corona aus. „Was ich nicht verstehe, sind die Leute, die sich die zweite Impfung nicht abholen. Das ist ja so, als würde ich mir morgens die Unterhose anziehen - und dann in die Stadt gehen. Ach, ich dachte, dass das reicht…“ Aber was wolle man auch von einer Bevölkerung erwarten, die Klopapier und Hefe hortete. „Das war unsere Priorität, darauf kann man dieses komische Land reduzieren - backen und kacken.“

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Vor allem aber genoss Bender es sichtlich, den Kontakt zum Publikum wieder haben zu können. Den pflegte er von Anbeginn, als er sich locker mit dem halb-Lehrer-Paar - sie arbeitete „was mit Kindern“ - in der ersten Reihe unterhielt oder wissen wollte, welche Deomarke der Herr im hinteren Bereich des Saals benutzte, und warum es ihm aus der Tasche gefallen war. Hilfsbereit, wie der Bochumer nun einmal war, ließ er direkt das Saallicht anmachen. Aber dennoch geschah das nicht ganz uneigennützig. „Jetzt sehe ich euch mal, und jetzt weiß ich auch, wo ihr sitzt…“

Aber natürlich war er ganz harmlos, allerdings nur in dieser Hinsicht. Denn sonst waren die Gags so böse wie treffsicher. „Genialität und Dummheit sind bei uns Männern immer sehr nahe beieinander.“ So selbstkritisch, so einfach. Und weil die Männer nun einmal so waren, wie sie waren, wünschte sich Bender von den Frauen, dass sie seinen Geschlechtsgenossen nicht alles durchgehen ließen. „Denn sonst entstehen solche Ego-Monster wie Trump, Bolsonaro oder Orban.“ Dass es dabei zuvor ums Auswechseln von leeren Klopapierrollen ging, machte den Vergleich umso schöner.