Wermelskirchen Stallpflicht für Strauße aufgehoben

Wermelskirchen · Das Veterinäramt hat eine Ausnahmegenehmigung für die Straußenfarm erteilt.

 Stöckers Strauße dürfen weiter die frische Luft genießen.

Stöckers Strauße dürfen weiter die frische Luft genießen.

Foto: Moll

Großes Aufatmen auf der Straußenfarm: Das Kreisveterinäramt in Bergisch Gladbach hat gestern die Stallpflicht für die Strauße in Emminghausen aufgehoben. Damit dürfen die Strauße jetzt wieder ins Freigehege - und die frische bergische Winterluft genießen.

Die Vogelpest macht auch vor dem Bergischen Land nicht Halt. Kurz vor Weihnachten kam für die Wermelskirchener Geflügelhalter die Anweisung, die Tiere stationär unterzubringen - kein Auslauf in Bereichen, wo sie mit Wildvögeln in Kontakt kommen konnten. Das galt für alle Hobby- wie auch Berufszüchter.

Klaus Stöcker, Besitzer der Straußenfarm, riegelte seine Farm sofort für Fremde ab. Zutritt hatten nur ausgewählte Personen, sie mussten auch durch eine Desinfektionsschleuse, ehe sie die Gehege betreten durften. Er plante bereits, seine Jungtiere an die Südstraße umzusiedeln - dort hat er Gewerbefläche. Zu diesem Zweck orderte er bereits Baumatten, um die Hallenfläche auszulegen. Gleichzeitig beantragte Stöcker aber die Ausnahmegenehmigung. In der vergangenen Woche fand das erste Gespräch zwischen ihm und dem Kreis statt, gestern Nachmittag kam die Ausnahmegenehmigung: Seine 180 Tiere dürfen wieder ins Freigehege.

"Wir mussten abwägen zwischen Tier- und Seuchenschutz", sagte Kreissprecherin Birgit Bär auf Anfrage. Strauße seien Fluchttiere. Würden sie über längere Zeit eingesperrt, würden sie aggressiv.

Ohne strenge Auflagen geht dies aber nicht, so dass Stöcker und sein Team in den nächsten Tagen noch viel Arbeit haben werden. Denn: Alle Gehege werden in der Fläche stark reduziert. Der Grund ist einfach: Überall auf dem weitläufigen Areal in Emminghausen stehen Bäume oder Baumgruppen. Die müssen alle mit Bauzäunen abgesperrt werden. "Die Strauße dürfen nicht unter den Bäumen herlaufen. Es könnten mit dem Virus befallene Greifvögel koten oder gar verendet vom Baum fallen." Grundsätzlich seien Strauße sehr neugierige Tiere, die alles anpicken - auch verendete Tiere. So wäre dann eine Übertragung möglich. Das aber soll vermieden werden.

Eine weitere Auflage: Täglich müssen die Gehege wohl mehrmals inspiziert werden, ob nicht doch verendete Vögel dort liegen. "Wir müssen sie bei unseren Rundgängen finden, ehe sie die Strauße entdecken", sagt Stöcker. Zudem wird er eine weitere Desinfektionsschleuse einrichten müssen, um die Tiere zu schützen.

(RP)
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