Gut Gemacht: Möbellager jetzt in einem neuen Gebäude

Gut Gemacht : Möbellager jetzt in einem neuen Gebäude

Die Ehrenamtlichen haben den Umzug über die Bühne gebracht: Ab sofort hat das Möbellager der Initiative "Willkommen in Wermelskirchen" an der Wolfhagener Straße geöffnet. Mit einer kleinen Feierstunde nahmen die Ehrenamtlichen das neue Gebäude in Betrieb: Das misst 150 Quadratmeter und ist damit genauso groß wie die alte Halle neben der Feuerwehr. Die Stadt hatte den Mietvertrag zum 31. Mai beendet, weil dort noch in diesem Jahr Parkflächen entstehen sollen.

Also hatten sich die Ehrenamtlichen um Alfred Seidel auf die Suche nach einem anderen Gebäude gemacht, waren schließlich fündig geworden und in eine Halle der Firma Posseik an der Wolfhagener Straße umgezogen (BM berichtete).

Dort zeigt das Team der Initiative, die Geflüchteten den Start in Wermelskirchen erleichtern will, noch mal richtig Einsatz. "Wir haben die Struktur des Möbellagers verändert", sagte Seidel zur Eröffnung. Die Halle gleiche nun mehr einem einfachen Möbelhaus: Aufgeteilt in Themenbereiche wie Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche oder Wohnzimmer können Besucher sich schnell einen Überblick über den Bestand verschaffen. "Da soll das Stöbern auch ein bisschen Spaß machen und zum Mitnehmen motivieren", sagt Seidel. Standen die Möbel bisher auf Paletten, um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen, sind die Ehrenamtlichen nun flexibler beim Umräumen.

Bisher allerdings lasse der große Ansturm noch auf sich warten, sagt Seidel. Früher seien Kunden der damals benachbarten Tafel nach der Essensausgabe häufig noch auf einen Besuch im Möbellager vorbei gekommen. "Der Besuch fehlt uns jetzt", sagt Seidel und hofft, dass die Menschen bald auch den Weg an die Wolfhagener Straße finden. Das deutlich größere Problem, das aber wohl für die volle Halle und wenig Besucher verantwortlich ist, sei der fehlende Wohnraum in Wermelskirchen. "Es scheint fast so, als seien alle Dachgeschosse ausgebaut", sagt Seidel. Viele Menschen würden noch in den Übergangsunterkünften leben, weil sie einfach keine Wohnung finden würden. Und deswegen sei eben auch die Versorgung mit Möbeln gerade nicht so stark gefragt. "Wir müssen viele Möbelspenden ablehnen", sagt Seidel, "weil wir einfach keinen Platz mehr haben." Allerdings, so betont der Ehrenamtliche, auch Bedürftige ohne Fluchtgeschichte würden inzwischen von der Stadt ans Möbellager verwiesen, wenn sie etwa nach einem Umzug nach Inventar suchen. "Und wir machen natürlich keinen Unterschied", sagt Seidel, der sich seit neuestem auch um die Finanzierung des Möbellagers Gedanken machen muss. Konnte die Initiative die alte Halle an der Feuerwache kostenlos nutzen, muss für die neue Unterkunft Miete bezahlt werden. Dafür bittet die Initiative weiterhin um Spenden.

(resa)
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