Wermelskirchen: Stadtcafé geschlossen - Pächter Peter Preuß gibt resigniert auf

Wermelskirchen: Stadtcafé geschlossen - Pächter Peter Preuß gibt resigniert auf

Der Aushang spricht Bände und ist der Schlussstrich unter einem langen Kampf mit der Stadtverwaltung: "Wir haben verloren", teilt Peter Preuß seiner Kundschaft mit. Vor etwa 13 Jahren hat er das Stadtcafé gepachtet. Jetzt gibt er auf.

Das Café ist seit Freitag geschlossen. "Ich habe lange gekämpft, das Café war mein Leben. Ich muss Wermelskirchen verlassen", kündigt er in dem Aushang an.

Was ist geschehen? Im Herbst trat er erstmals an die Öffentlichkeit, beklagte sich über die fehlende Zusammenarbeit mit dem Vermieter, der Stadt Wermelskirchen. Seine Pachtzeit war geprägt durch das Bürgerzentrum-Gerüst - lediglich Stammgäste hielten ihm die Treue. Das Geschäft lief gut. Auswärtige verirrten sich sowieso nicht - wer will denn bei so einem Ausblick seinen Kaffee und Kuchen genießen.

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Als die ersten Stammkunden von Preuß jetzt diese Nachricht persönlich mitgeteilt bekamen, flossen Tränen. Denn das Stadtcafé gehört einfach zur Telegrafenstraße. Die Aufsichtsbehörde machte wohl zuletzt Druck: Dringend musste die Küche modernisiert werden, um den Hygienevorschriften zu entsprechen. Auch eine Renovierung war längst überfällig. Doch da spielte anscheinend die Stadt nicht mit und ließ den Pächter hängen. Der Entzug der Genehmigung drohte. Dem kam Preuß jetzt anscheinend bevor - er zog nun die Reißleine, obwohl er noch im Herbst angekündigt hatte, unbedingt durchzuhalten.

Weder Peter Preuß noch der Bürgermeister oder einer seiner Mitarbeiter waren gestern erreichbar.

(RP)