Wermelskirchen: Stadt will Ratsmitgliedern 400 Euro für den Kauf von Tablet-PCs zahlen

Wermelskirchen: Stadt will Ratsmitgliedern 400 Euro für den Kauf von Tablet-PCs zahlen

Politiker sollen Sitzungsunterlagen aus Kostengrünen künftig nur noch über eine "App" erhalten. In fünf Jahren lassen sich so mehr als 110 000 Euro sparen.

Im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung begonnen, den sogenannten papierlosen Sitzungsdienst einzuführen. Demnach sollen Einladungen, Niederschriften und Beschlussvorlagen für die Politiker nicht mehr in Papierform weitergegeben, sondern über ein spezielles digitales Programm ausgetauscht werden. Für die Sitzungen des Ältestenrates, des Haupt- und Finanzausschusses und des Stadtrates erhalten die Ratsmitglieder seit einiger Zeit ihre Unterlagen papierlos - allerdings zusätzlich zum immer noch praktizierten Papierversand.

Das soll sich, so plant die Stadtverwaltung, aber bald ändern. In einem nächsten Schritt sollen die Ratsmitglieder in den vollständigen papierlosen Sitzungsdienst einbezogen werden. Dadurch soll das Ziel erreicht werden, möglichst kurzfristig auf die großen Mengen auszudruckender und zu verschickender Sitzungsunterlagen verzichten zu können. In der Ratssitzung am kommenden Montag, 18. Mai, stimmen die Politiker über den Vorschlag der Verwaltung ab.

Die Kommunikation zwischen Verwaltung und Politik soll künftig über eine "App" erfolgen. Seit dem vermehrt zu beobachtenden Einsatz von Tablet-Computern (Apple oder Android) hat die Betreiberfirma des in Wermelskirchen eingesetzten Sitzungsdienstprogramms "ALLRIS.net" Apps für Tablets zur Nutzung des Sitzungsdienstprogramms entwickelt.

Die Stadtverwaltung schlägt vor, jedem Ratsmitglied einen Zuschuss in Höhe von 400 Euro pro Wahlperiode zu zahlen, damit sich die Politiker einen entsprechenden Tablet-Computer (iPad oder Android-Tablet) kaufen können. Neben der Nutzung für den papierlosen Sitzungsdienst können Ratsmitglieder das Tablet auch privat nutzen.

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Mit der App-Lösung sind die Sitzungsunterlagen immer auf dem aktuellen Stand, die Nutzung der Tablets erfolgt im Rathaus über eine kostenlose WLAN-Verbindung. Sollte die Verbindung gestört sein, können die Unterlagen auf den Tablets auch "offline" in der zuletzt aktualisierten Fassung eingesehen werden.

Die Verwaltung kann durch den papierlosen Sitzungsdienst pro Jahr eine große Summe an Personal- und Sachkosten einsparen. Allein die Papierkosten für alle Sitzungen betragen jährlich fast 20 000 Euro, die Personalkosten liegen bei etwa 7000 Euro. Auf eine gesamte Wahlperiode (fünf Jahre) gerechtet entstehen Gesamtkosten von rund 135 000 Euro. Die Kosten für die Anschaffung der Tablet-PCs für die 54 Ratsmitglieder betragen 21 600 Euro. In fünf Jahren könnten also etwa 113 500 Euro eingespart werden.

Für die Politiker würde mit dem neuen System, so heißt es in der Vorlage für den Stadtrat, das mühsame Durcharbeiten großer Papiermengen entfallen, da alle erforderlichen Unterlagen auf dem Tablet verfügbar sind. Dort kann auch umfangreich und bequem zu einzelnen Themen recherchiert werden.

Mo. 18. Mai, 17 Uhr, Sitzung des Stadtrates, Ratssaal, Bürgerzentrum

(ser)
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