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Stadt Wermelskirchen sperrt Schwanenhalle für 13 Wochen

Harte Zeiten für Sportler in Wermelskirchen : Schwanenhalle ab Sommer gesperrt

In den Sommerferien und darüber hinaus wird am Schwanen gearbeitet. Die Kosten belaufen sich auf 775.000 Euro, die Bauzeit beträgt 13 Wochen. Vereine können jetzt planen und ihre ersten Spiele als Auswärtsspiele ansetzen.

Die Schwanenhalle wird zur Großbaustelle. Das verkündete Hartmut Schüngel (Leiter Gebäudemanangement) jetzt im Sportausschuss. „Wir haben nach der Deckenabnahme durch einen Statiker in 2015 festgestellt, dass viel gemacht werden muss. Und das gehen wir jetzt in einer gemeinsamen Maßnahme mit Beginn der Sommerferien an.“ Denn: Die sechs Wochen Ferien reichen nicht aus. Als Bauzeit nannte er im Fachausschuss 13 Wochen. „In dieser Zeit ist die Halle komplett gesperrt.“

Wer sich bei Handballspielen nicht nur auf das Geschehen auf dem Spielfeld konzentriert hatte, sondern mal unter die Decke schaute, sah das alte Lattengerüst, dass einst einmal die Deckenplatten hielt. Daran hatte man sich schon gewöhnt. Die Platten waren im Rahmen verschiedener Wassereinbrüche dann entfernt worden.

Was ist in der Schwanenhalle an Arbeiten geplant? Es gibt eine komplette neue Heizungsanlage mit Lüftung, die Lichtanlage wird erneuert und der komplette Warmwasser-Bereich. 2018 wurde bereits ein neuer Heizkessel eingebaut – der bleibt natürlich erhalten; er wird um Komponenten für die Neuinstallation erweitert.

Der Hallenboden, 2019 erst komplett neu versiegelt, wird abgedeckt mit einem Spanplattenboden, damit dort Gerüste aufgestellt werden können. Die Sperrung dürfte bis in den September hinein andauern. Schüngel: „Ich kann verstehen, dass dies vielen Vereinen aufstößt. Aber es geht nicht anders.“ Bautechnisch mache es Sinn, in einem Schwung das Projekt abzuschließen und nicht stückweise. Er geht von Kosten in Höhe von 775.000 Euro aus. „Die werden wir auch brauchen.“

Norbert Galonska (SPD) war froh, dass die Vollsperrung so früh bekanntgegeben wurde. „Die Vereine im Liga-Betrieb können so mit ihren Gegner vereinbaren, dass die ersten Spiele auswärts stattfinden. Dann haben wir einen Puffer.“

Eine Erneuerung des Bodens ist nicht geplant. „Dafür haben wir keine Mittel“, sagte Schüngel auf Anfrage. Die Angst,. dass der Boden durch die Arbeiten leiden könnte, zerstreute er: „Wir decken nicht nur mit Folie ab, sondern mit einem Spanplattenboden.“

Kritik gab es in diesem Ausschuss vom Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, Klaus Junge: Er bemängelte mangelnde Hygiene in den Hallen und fehlende Papiertücher und Seifen in den Spendern. Hartmut Schüngel hörte dies zum ersten Mal: „Seit Monaten gibt es keine Meldungen aus den Hallen.“ Laut Junge gibt es eben Probleme zwischen Schulende und Beginn der Trainingsstunden. Da müssten die Spender wieder aufgefüllt werden. Einen zweiten Reinigungsgang,wie vom Vorsitzenden Karl-Heinz Wilcke (CDU) vorgeschlagen und gewünscht, lehnte der Beigeordnete Thomas Marner ab: „Dafür haben wir kein Geld.“

Letztlich einigten sich Politiker und Verwaltung darauf, dass nicht die Reinigungsfirma aktiv werde, sondern die Hausmeister. Galonska: „Die können doch nach Schulschluss einmal durch die Umkleiden gehen und die Spender auffüllen.“

Mike Galow (Linke) hatte dafür nur ein Kopfschütteln übrig: „Was ist denn mit den Eltern? Geben die ihren Kindern kein Handtuch und keine Seife mit, dass sie sich nach dem Sport waschen können?“