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Stadt Wermelskirchen sieht die „Wohnwiese“ großen Wurf

Wohnungsbau in Wermelskirchen : Stadt sieht die „Wohnwiese“ als großen Wurf

Eine deutliche Mehrheit des Fachausschusses stimmt für den Bebauungsplan Hoffnung/Vorderhufe, die Grünen sind dagegen. In dem Neubaugebiet sollen 150 bis 170 Wohneinheiten sowie eine Kindertagesstätte entstehen.

Noch nicht einmal rechtskräftig „eingetütet“ und schon glühen im Rathaus die Telefonleitungen: Das geplante Neubaugebiet Hoffnung/Vorderhufe stößt bereits nach den Vorberatungen zu Ausweisungen von Bauland in Wermelskirchen (wir berichteten) auf großes Interesse. „Die Nachfrage ist gigantisch, die Telefone stehen nicht still“, bestätigt Stadt-Pressesprecherin Kathrin Kellermann auf Anfrage unserer Redaktion: „Sobald das Verfahren läuft, werden wir ein Kontaktformular für Interessenten auf die städtische Homepage setzen.“

Weniger interessierte unterdessen die Grünen diese hohe Nachfrage. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr stimmten die beiden Vertreter der Stadtratsfraktion gegen die Aufstellung des Bebauungsplans für Hoffnung/Vorderhufe. Allerdings: Alle anderen Fraktionsvertreter votierten dafür, womit eine Empfehlung mit deutlicher Mehrheit an den Stadtrat vorliegt, die Aufstellung des Bebauungsplans am 13. Dezember zu beschließen. Folgerichtig gab der Fachausschuss mit gleicher Stimmenverteilung grünes Licht für die mit der Aufstellung des Bebauungsplans einhergehende Änderung des Flächennutzungsplans.

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„Wir stimmen dagegen“, erklärte Conchita Encina Finken für die Grünen und verwies auf die Flächenversiegelung sowie die Störung des ökologischen Systems: „Vogelarten werden vertrieben.“ Eine Alternative zur Befriedigung der hohen Nachfrage nannten die Grünen auf der StuV-Sitzung allerdings nicht.

Andere Möglichkeiten konnte der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Jochen Bilstein, nicht ausmachen und konstatierte: „Weil wir kaum Flächen ausweisen können, stimmen wir dem Vorhaben zu. Der Druck auf dem Wohnungs- und dem Eigenheimmarkt ist groß.“ Die Sozialdemokraten wären sich jedoch im Klaren darüber, dass diese Entscheidung im Hinblick auf Landschaftsverbrauch und Klimaschutz zu Kontroversen führen werde.

Stephan Theil (FDP) stellte fest, dass auch die Liberalen das Problem der Landschaftsversiegelung sehen würden, aber: „Wir brauchen Wohnflächen.“ Auf Grünen-Nachfrage betonte der Technische Beigeordnete Thomas Marner, dass Aspekte des Gewässer- und Hochwasserschutzes sowie der Versickerung in der Planung des Neubaugebiets „selbstverständlich umfänglich berücksichtigt“ würden.

Für die CDU erklärte Friedel Burghoff die Zustimmung zu dem Vorhaben, zeigte sich jedoch irritiert wegen des von der Stadtverwaltung aufgestellten Projektnamens „Wohnwiese Hoffnung/Vorderhufe“: „Eine Wiese eignet sich zum Wohnen ja nun weniger.“ Daraufhin verwies Marner: „Das ist einfach nur ein Arbeitstitel. Bis zur Ratssitzung im Dezember können wir den ändern und sind offen für Vorschläge.“

Das Bebauungsplangebiet Hoffnung/Vorderhufe umfasst rund 9,5 Hektar, worin rund 3,7 Hektar an Ausgleichsflächen enthalten sind. Im Rahmen des von der Kommunalpolitik beschlossenen Baulandmanagements ist die Entwicklung dieses Wohnbaulandprojekts mit hoher Priorität eingestuft. „Erste städtebauliche Vorüberlegungen gehen von etwa 150 bis 170 neuen Wohneinheiten aus, die sich anteilig auf die Typologien Einzel- und Doppelhäuser sowie Reihen- und Mehrfamilienhäuser verteilen“, skizziert die Stadtverwaltung den nennenswerten Umfang des Neubaugebiets als großen Wurf. 

Wie die Änderung des Flächennutzungsplans erläutert, soll das Areal Hoffung/Vorderhufe in Zukunft vornehmlich Wohnzwecken und der Errichtung einer Kindertagesstätte dienen. Derzeit ist das geplante Neubaugebiet als landwirtschaftliche Fläche, die als Weideland genutzt wird und bereits in städtischem Besitz, ausgewiesen. Der aktuell wirksame Flächennutzungsplan stammt aus 1992. Von Seiten der Kreisbehörden werde die Entwicklung dieser Fläche als grundsätzlich lösbar angesehen,so die Stadt.