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Stadt Wermelskirchen prüft, ob Luftfiltergeräte angeschafft werden

Schulen und Kitas in Wermelskirchen : Stadt prüft, ob Luftfiltergeräte angeschafft werden

Politik fordert die Anschaffung von Luftreinigern für Kitas und Schulen. Verwaltung fragt aktuell den Bedarf ab. Die neuen Fördermittel werden bereitgestellt für Klassenräume, in denen die Fenster nicht komplett geöffnet werden können, sondern nur über Kippfenster verfügen.

Erst hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende am 20. Juli den Antrag gestellt, dass die Verwaltung prüfen solle, „ob es auch Wermelskirchener Schulen oder Kitas gibt, die von dem Programm profitieren könnten. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie zügig Mittel aus dem Programm beantragen.“ Gemeint war das Programm von Bund und Land für die Bereitstellung weiterer Mittel für die Anschaffung von Lüftungssystemen in Schulen und Kindertagesstätten.

Jetzt nimmt auch Bündnis 90/Die Grünen pünktlich zum anstehenden Beginn des neuen Schuljahres das Thema auf: Der Rat soll kurzfristig beschließen, für Klassenräume in den Schulen in Wermelskirchen, in denen Kinder bis zu zwölf Jahren unterrichtet werden, mobile Luftfiltergeräte zu beschaffen, heißt es in dem Antrag. „Die Verwaltung wird beauftragt, einen entsprechenden Förderantrag zur Beschaffung von Luftfilteranlagen einzureichen und die notwendigen Geräte möglichst bis zum Herbst 2021 zu beschaffen. Dabei sind energiesparende Luftfilteranlange zu bevorzugen“, schreiben Fraktionsvorsitzender Stefan Janosi und seine Stellvertreterin Conchita Finken.

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Die Diskussion um die Luftfiltergeräte ist nicht neu. Bereits Ende 2020 hatte Hartwig Schüngel vom Gebäudemanagement die 200 Klassenräume in Wermelskirchener Schulen überprüft, ob dort ausreichend gelüftet werden kann – oder eben ein Gerät angeschafft werden muss. Das war für zwei Räume in der Schwanenschule der Fall, die nur über ein Oberlicht gelüftet werden können. Die neuen Fördermittel werden nun bereitgestellt für Klassenräume, in denen die Fenster nicht komplett geöffnet werden können, sondern nur über Kippfenster verfügen. „Da sind wir aktuell in der Abfrage bei den Kitas und Schulen, und die Zahl ist bisher einstellig“, sagt Stefan Görnert, Erster Beigeordneter der Stadt. Pro mobilem Luftfiltergerät werden etwa 2500 bis 4000 Euro Kosten fällig, „wobei wir davon ausgehen, dass die Kosten zu 100 Prozent aus den Fördermitteln von Bund und Land kommen. Das ist aber noch in der Klärung“, sagt Görnert, der auch darauf verweist, dass auch mit einem mobilen Luftfiltergerät aufs Lüften im Winter nicht verzichtet werden kann.

Denn gerade dann, wenn sich die Menschen wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, müssen Ansteckungen in Schulen mit allen Mitteln vermieden werden, lautet die Begründung der Grünen für ihren Antrag. „Da bislang kein Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist, werden wohl die meisten im Herbst und Winter ungeschützt sein“, so Janosi und Finken. „Hier ist ein kluges Konzept gefragt, das die Weitergabe des Coronavirus an Schulen minimiert. Luftfilteranlagen sollen dabei helfen.“