Wermelskirchen: Stadt verkauft Häuser

Wermelskirchen: Stadt verkauft Häuser

Nach der Insolvenz der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG) Radevormwald hat die Stadt Wermelskirchen Häuser am Igelweg erworben. Fünf gut erhaltene Gebäude stehen ab sofort zum Verkauf.

Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser in guter Wohnlage sind der Stadt Wermelskirchen jetzt aus der Insolvenzmasse der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft (GWG) Radevormwald sozusagen "in den Schoß gefallen": "Wir haben die Häuser am Igelweg und in Arnzhäuschen sehr günstig erwerben können", berichtet Heinz Schmitz, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Von "einem Schnäppchenpreis" spricht Bürgermeister Eric Weik, der aber wie Schmitz die Summe nicht genau nennen will. Die Gebäude seien in gutem Zustand, so dass sich die Stadt durchaus auch einen nicht unwesentlichen Gewinn für den Haushalt davon erwarte, gibt Schmitz zu. Zunächst sollen laut Schmitz aber nur fünf Gebäude am Igelweg veräußert werden, die übrigen von der GWG übernommenen Häuser in Arnzhäuschen 76 bis 86 würden vorerst noch für die Unterbringung von Aussiedlern und Asylbewerbern gebraucht. "Mittelfristig wollen wir diese Häuser aber auch verkaufen", kündigt Schmitz an. Denn die Welle der Zuzüge von Flüchtlingen und Aussiedlern ebbe immer weiter ab.

Häuser in gutem Zustand

Gebaut wurden die Häuser am Igelweg und in Arnzhäuschen in den Jahren 1990 und 1991, als sich die Stadt noch vor der Notlage sah, gerade auch nach der Wende eine größere Menge von Menschen mit Wohnraum zu versorgen. Am Igelweg zogen vornehmlich Aussiedler ein. Zwei Aussiedlerfamilien konnten mittlerweile auch zwei der sieben Häuser dort erwerben. Die fünf restlichen sind derzeit noch teilweise bewohnt, sollen aber laut Schmitz für den Verkauf jetzt geräumt werden. Da die Häuser sehr solide gebaut seien, befänden sie sich auch in einem guten Zustand, macht Schmitz potentiellen Käufern deutlich. Sie eigneten sich als Ein- oder Mehrfamilienhäuser, verfügten über 270 bis 430 Quadratmeter Grundstücksfläche und Wohnflächen von jeweils 140 Quadratmetern. Die zweigeschossigen Häuser mit Keller haben laut Heinz Schmitz auch den Vorteil, am Braunsberg eine entsprechende Infrastruktur für Familien mit Kindern zu bieten.

"Heimfall" nach Insolvenz

Die Stadt Wermelskirchen hatte die Möglichkeit, nach der Insolvenz der GWG, die sich bereits 2008 angekündigt hatte (wie wir berichteten), den so genannten "Heimfall" geltend zu machen. Wie Heinz Schmitz erläutert, handelt es sich dabei um einen Passus aus dem Erbbaurecht. Denn die Stadt hatte die Grundstücke am Igelweg und in Anrzhäuschen in Besitz und die Erpacht auf die GWG übertragen, die mit dem Bau der Häuser zuletzt auch Besitzer der Immobilien geworden war. In Besitz der Stadt befinden sich laut Schmitz derzeit noch etwa 330 Erbbaugrundstücke.

(RP)