Wermelskirchen: Stadt sucht Träger für Kita Grunewald

Wermelskirchen : Stadt sucht Träger für Kita Grunewald

Die kleine Einrichtung wird in jedem Fall weitergeführt, nachdem die Lebenshilfe angekündigt hatte, ab 2019 die Trägerschaft abzugeben. Die Stadt: "Das Geld für den Ausbau für eine Zweigruppigkeit ist vorhanden."

Eltern können beruhigt sein: Die Kita Grunewald wird in jedem Fall weitergeführt. "Wir suchen einen neuen Träger, der die Einrichtung ab dem Kindergartenjahr 2019/20 übernimmt. Falls wir niemanden finden, werden wir sie als städtische Kita führen", sagte Stefan Görnert, der als Erster Beigeordneter auch für den Bereich Jugendhilfe zuständig ist, gestern in einem Gespräch mit dieser Redaktion. Dabei solle die bisher eingruppige Kita künftig zweigruppig weitergeführt werden. Das Geld für einen Umbau des städtischen Gebäudes sei vorhanden.

Am Freitag hatte die Lebenshilfe, derzeitiger Träger der Einrichtung, in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass sie die Trägerschaft zum Kita-jahr 2019/20 abgebe. Als Grund nannte sie, dass sie lange versucht habe, die Kita zweigruppig auszubauen. Doch die Bemühungen, Fördermittel zu akquirieren, um den notwendigen Ausbau realisieren zu können, waren nicht erfolgreich. Eigenmittel für Investitionen in ein städtisches Gebäude habe man nicht aufbringen können. Eine Kita mit einer Gruppe sei aber weder aus pädagogischer noch wirtschaftlicher Sicht auf Dauer zu halten. Am Donnerstag waren die Eltern bei einer Versammlung über den Rückzug als Träger informiert worden. Manche dürften befürchtet haben, dass ihr Kind womöglich die Kita wechseln muss. Von diesem Schritt des Trägers sei die Stadt erst am späten Donnerstagnachmittag informiert worden, so Görnert. Es habe die Stadt überrascht. Laut Kita-Bedarfsplan sei die Einrichtung zwei-gruppig vorgesehen. 150.000 Euro Eigenmittel habe die Stadt für den Ausbau zur Verfügung, weitere 80.000 Euro könnten auf Antrag als Fördermittel vom Landschaftsverband aus dem Topf nicht abgerufener Gelder fließen. "Aber die Lebenshilfe hatte einen eigenen Architekten beauftragt, der einen Umbau vorgeschlagen hatte, der 400.000 Euro kosten würde", skizzierte Görnert Gespräche zwischen Stadt und Träger in den vergangenen Monaten. Er sei im Übrigen verwundert, dass die Stadt nicht zum Elterninfoabend eingeladen worden sei. Von einem Konflikt mit der Lebenshilfe wolle er aber nicht sprechen: "Wir arbeiten in anderen Bereichen gut zusammen." Doch die Meinungen über die notwendige Dimension des Ausbaus gingen offenbar auseinander. Im Wesentlichen müssten eigentlich nur die Sanitäranlagen erneuert werden, um vom Landschaftsverband grünes Licht zu bekommen, sagte Vanessa Mühring, Sachgebietsleiterin für Kitas bei der Stadt. Ein Anbau sei nicht erforderlich. Bereits bei einem Elternabend im Dezember habe die Stadt angekündigt, 90.000 Euro in den Umbau investieren zu können. Eine räumliche Erweiterung gab es bereits nach dem Bau einer Außentreppe als zweiten Fluchtweg: Im Obergeschoss ist ein Bereich, der lange leer stand, und nun als Bewegungsraum nutzbar sei.

(pd)
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