Wermelskirchen Stadt sucht "Freunde"

Wermelskirchen · Seit zwei Wochen gibt es den offiziellen Auftritt der Stadtverwaltung beim Internet-Netzwerk "Facebook". Schon 413 Freunde sind auf diesem Weg mit der Verwaltung in Kontakt getreten. Täglich werden es mehr.

413 Freunde hat die Stadt Wermelskirchen inzwischen. So viele Menschen haben im Internet beim sozialen Netzwerk "Facebook" den offiziellen Auftritt der Verwaltung mit "gefällt mir" kommentiert. Dass es jeden Tag mehr werden, liegt sicher auch an Bürgermeister Eric Weik. Auf seiner eigenen Facebook-Seite, die er seit 2009 pflegt, wirbt er für den neuen Weg, mit der Verwaltung in Kontakt zu treten. Seit etwa zwei Wochen ist die Facebook-Seite "Stadt Wermelskirchen" online.

Mitarbeiter des Hauptamtes, hauptsächlich Stefan Rabe, sorgen dafür, dass die Inhalte stets aktuell sind und Fragen, die auf der virtuellen Pinnwand gestellt werden, schnellstmöglich beantwortet werden. So beschwert sich eine Nutzerin zum Beispiel darüber, dass in Tente eine Baustellenampel entfernt wurde. Eine andere fragt, ob Veranstaltungen wie das Citykart-Rennen in Hückeswagen auch mal nach Wermelskirchen geholt werden können.

Kontakt zu jungen Menschen

"Allein durch meinen eigenen Auftritt bei Facebook habe ich gemerkt, dass gerade junge Menschen es gern als Kommunikationsmedium nutzen. Denen wollten wir es so einfach wie möglich machen, mit der Stadt in Verbindung zu treten", erklärt Eric Weik. Als Beispiel nennt er die Diskussion über die Realschule. Viele Schüler hätten über Facebook mit dem Bürgermeister Kontakt aufgenommen. "Ich bin so sogar in den Unterricht eingeladen worden", berichtet er. Er vermutet, die Hemmschwelle sei größer gewesen, eine E-Mail an die Stadt zu schreiben. Ein weiteres Beispiel ist der Kampf um den Erhalt der Polizeiwache Wermelskirchen. Die Schülerin Lisa Zajons versammelte über die Facebook-Gruppe Mitstreiter.

Da es bereits mehrere inoffizielle Wermelskirchen-Seiten gab, sei es wichtig gewesen, nun zu handeln. "Schließlich hatten wir über die Inhalte der anderen Seite keine Kontrolle. Zudem liefen Anfragen von Bürgern auf diesen Seiten ins Leere", betont Weik.

Zusätzliche Kosten entstehen laut Stadtverwaltung für den Facebook-Auftritt übrigens nicht. Schon lange hatte Weik seine eigene Seite stets mit Informationen rund um Wermelskirchen gefüttert. 1273 Freunde hat er im Moment – täglich kommen neue hinzu. "Allerdings akzeptiere ich nur Freundschaftsanfragen von Menschen, aus deren Profil hervorgeht, dass sie in irgendeiner Beziehung zur Stadt oder zu mir stehen", sagt der Bürgermeister. Wirkliche Freunde seien indes nur ein Bruchteil der Menschen, mit denen er vernetzt ist. "Mit meinen wirklichen Freunden nutze ich Facebook durchaus auch privat", sagt Weik.

(RP)
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