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Wermelskirchen: Stadt reagiert nicht auf Investor-Angebot

Wermelskirchen : Stadt reagiert nicht auf Investor-Angebot

Parkplätze sind in der "unteren" Innenstadt Mangelware seit dem Neubau eines Geschäftshauses an der Taubengasse. Jetzt steht die Obdachlosenunterkunft leer. Seit 14 Monaten liegt der Verwaltung ein Angebot vor. Doch nichts tut sich.

Das Schreiben trägt das Datum vom 18. September 2012. In diesem Schreiben unterbreiten die beiden Wermelskirchener Helmut Peitz von den Eichen und Hans Udo Höltken der Stadt ein Kaufangebot für die städtische Fläche, auf der die abbruchreife Obdachlosenunterkunft steht. "Wir sehen die Notwendigkeit als langjähige Einzelhändler und Vermieter in diesem Bereich, dort Parkfläche zu schaffen", sagt Höltken im Gespräch mit dieser Zeitung. "Doch bis heute sind 14 Monate vergangen. Und wir haben immer noch keine Antwort aus dem Rathaus erhalten."

Mit dem Bau des Geschäfts-/Wohnhauses Ecke Taubengasse/Obere Remscheider Straße sind alle Parkplätze für die öffentliche Nutzung weggefallen. Neue sind nicht entstanden. Die Umsiedlung des Fachwerkhauses ins Freilichtmuseum Lindlar scheint an der Finanzierung zu scheitern. Doch der Parkplatzdruck steigt weiter.

Peitz von den Eichen und Höltken stehen zu ihrem Kaufangebot — "doch es ist nicht vorrangig. Uns wäre natürlich lieber, die Stadt würde aktiv." Aber so sieht es wohl derzeit nicht aus. Dabei hält Höltken gerade auch eine städtebauliche Gestaltung dieses Bereiches für wichtig. "Wir brauchen da ein gutes Entrée für die Innenstadt."

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Das Kaufangebot der beiden Wermelskirchener beinhaltet den Abriss des Gebäudes und die Umgestaltung der Fläche zum Parkplatz — und eine Nutzung im Sinne der Investoren. Im Klartext: Vermietung als Kundenparkplätze, die dann quasi öffentliche Parkplätze wären, und Stellplätze für Mieter. "Wir Händler und Vermieter haben Ablösebeträge an die Stadt gezahlt auch immer mit dem Blick darauf, dass im Bebauungsplan diese Fläche für ein Parkdeck ausgewiesen ist. Doch warum passiert dort nichts? Wo ist das Geld?"

Bei einem privat finanzierten Parkdeck, so könnte sich Höltken vorstellen, würden sicher zehn Kundenparkplätze entstehen, da Einzelhändler schon Interesse signalisiert hätten, sich finanziell zu engagieren. Zehn weitere Plätze wären für Mieter reserviert.

Ein Architekt hat für die Investoren vorgeplant. Ein Parkdeck wäre dort machbar. Aber auch die Stadt könnte dort ohne große Veränderungen wenigstens zehn Parkplätze schaffen — auf dem vorhandenen Seitenstreifen, wo schon heute Autos stehen. "Das war früher mal die Verlängerung der Taubengasse", erinnert Höltken. Dort könnte ohne großen Aufwand Parkfläche ausgewiesen werden. "Und auch nach einem Abriss des Gebäudes wären dort sicher mit Zufahrt von der unteren Taubengasse fünf oder sechs weitere Parkplätze möglich." Bei allen diesen Vorschlägen — ob als Investor oder Stadt — sei eins wichtig: "Man sollte sich mit den Nachbarn einfach mal an einen Tisch setzen." Das habe die Stadtverwaltung, so Höltkens Eindruck, bis heute noch nicht gemacht.

Er sehe es daher als vornehmliche Aufgabe der Stadtverwaltung, erst einmal die Nachbarn an den Tisch zu holen — und über eine Grundstücksarrondierung auch zugunsten der Nachbarn zu sprechen. Dann wären sicher die Grundstücke für alle besser nutzbar — "und die Stadt käme dem Ziel, dort Parkplätze anzulegen, sicher einen großen Schritt näher." Acht bis 14 Parkplätze ohne Parkdeck (und damit ohne Privatinvestition) seien da im Bereich des Möglichen.

(RP)