Wermelskirchen: Stadt plant ersten Betriebskindergarten

Wermelskirchen : Stadt plant ersten Betriebskindergarten

Zwei große Firmen in Wermelskirchen wollen gemeinsam mit der Stadt einen Betriebskindergarten eröffnen. Diese Kita kann, muss aber nicht im Rathaus sein. Sie könnte an einen Betrieb oder an eine bestehende Kita angebaut werden.

Ein schon lange gehegter Wunsch und Plan, in Wermelskirchen den ersten Betriebskindergarten zu eröffnen, nimmt jetzt im Rathaus Formen an: "Es haben sich zwei örtliche Firmen, eine mit etwa 300, eine andere mit etwa 400 Mitarbeitern gemeldet, die mitmachen wollen", berichtet Bürgermeister Eric Weik. Man mache sich im Rathaus schon lange Gedanken über einen Betriebskindergarten: "Jetzt kann es aber etwas werden", hofft Weik.

Aus der Stadtverwaltung und dem Mitarbeiterstamm der beiden Firmnen, die er namentlich noch nicht nennen möchte, werde sich ein ausreichender Bedarf für einen Betriebskindergarten ergeben. "Um zu starten, bräuchten wir mindestens 50 Kinder", rechnet der Bürgermeister vor. Räumlich könne ein solcher Betriebskindergarten im Rathaus eröffnet werden, er müsse es aber nicht. Ebenso denkbar wäre auch die Einrichtung eines Kindergartens in einer der beteiligten Firmen oder auch als Anbau an einen bereits bestehenden Kindergarten: "Das hätte den Vorteil, dass wir dann die bereits bestehende Infrastruktur nutzen könnten", gibt Weik zu bedenken. Er gehe davon aus, dass sich der Bedarf auch schnell steigern werde, wenn es erst mal einen Betriebskindergarten in Wermelskirchen geben werde.

In Radevormwald wird es jetzt eine ähnliche Konstruktion mit der Stadtverwaltung und der Firma Gira geben. Das Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern wird einen Betriebskindergarten mit zehn Plätzen für Kinder von Mitarbeitern und zehn weiteren für Kinder aus der Stadt eröffnen.

Für die Firma Tente-Rollen ist ein Betriebskindergarten laut Geschäftsführer Axel Mantsch durchaus ein Thema. Man sei auch in Gesprächen mit dem Bürgermeister, bestätigt er. Allerdings könne Tente-Rollen alleine nicht die nötige Zahl von Interessenten aufbringen, um alleine eine Betriebs-Kita aufzubauen. Kooperationen wären aber vorstellbar. Und es gebe auch Anbieter, die eigens Kitas für Firmen errichteten. Er werde aber weiter im Gespräch mit dem Bürgermeister bleiben, kündigte Mantsch an.

In der Obi-Systemzentrale ist 2012 eine Befragung zum Thema Betriebskindergarten durchgeführt worden. Wie Pressesprecherin Elena Ottaviano berichtet, war der angezeigte Bedarf aber zu gering für eine eigene Einrichtung. Stattdessen arbeite Obi aber seit Juni 2012 gemeinsam mit dem pme-Familienservice zusammen, der auch Notfallplätze anbieten könne.

Auch Sparkassendirektor Rainer Jahnke hat sich bereits Gedanken gemacht, ob er in Wermelskirchen einen Betriebskindergarten eröffnen soll. Der Bedarf sei aber einfach zu gering: "Wir haben aktuell sieben Frauen im Mutterschaftssurlaub, eine erwartet ihr Kind erst noch, die anderen haben teilweise schon zweieinhalbjährige Kinder. Da bekäme man sinnvoll keine Gruppe zusammen", bedauert Jahnke. Sparkassen wie Düsseldorf und Wuppertal mit mehr als 1000 Beschäftigten könnten auch den den entsprechenden Bedarf nachweisen, nicht aber eine kleine Sparkasse wie Wermelskirchen mit nur 150 Mitarbeitern. Auch im Krankenhaus sei der Gedanke an einen Betriebskindergarten zwar schon aufgekommen: "Der Bedarf ist aber relativ gering", weiß Verwaltungsleiter Ralf Schmandt.

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(RP/ac)
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