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Neuenhaus: Für den Fitnessparcours ziehen viele an einem Strang​

Bewegung in Wermelskirchen : Für den Fitnessparcours ziehen viele an einem Strang

Der TuS Wermelskirchen und die Evangelische Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus haben ein Bewegungsangebot an der Waffelpause geschaffen – und dafür Fördergelder gewonnen.

Brigitta Walpuski balanciert konzentriert über den wackeligen Balken. „Das ist ein perfektes Balance-Training für den Alltag“, sagt sie. Und schon beginnt sie die nächste Trainingsstunde mit ihrer Lungensportgruppe zu planen. „Wir werde unseren Kursus auf jeden Fall gelegentlich auf den Fitnessparcours verlegen“, sagt die TuS-Übungsleiterin dann. Dehnen, Strecken, Krafttraining: Der Parcours komme den Bedürfnissen der Sportler entgegen. Wer im Alltag auf unsicherem Untergrund ins Schwanken komme, für den sei etwa das Training auf dem Balancebalken ein Geschenk. „Das ist wirklich super gemacht“, sagt Brigitta Walpuski und dann kommt sie mit einer Kollegin vom TuS Wermelskirchen ins Gespräch, die bereits ähnliche Ideen schmiedet.

Norbert Galonska blickt zufrieden zu den beiden Übungsleiterinnen: „Der Fitnessparcours wird sicher von vielen unserer Gruppen genutzt werden“, sagt der Vereinsvorsitzende. Diese Ahnung hatte er schon, als Klaus-Dieter Rath von der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus damals zum ersten Mal bei ihm an die Türe klopfte. Nicht erst die Corona-Pandemie hatte dazu geführt, dass Sportverein und Kirchengemeinde noch enger zusammengerückt waren. Immer mehr Vereinsangebote fanden auf dem großzügigen Außengeländer am Stephanus-Gemeindezentrum statt. Der Weg der beiden Ehrenamtlichen zueinander war also nicht weit: „Ich hatte bei einer Wanderung in Bensberg einen Fitnessparcours für Erwachsene entdeckt. Trimm-Dich-Pfad 2.0“, sagt Rath, „und ich dachte direkt: Das ist doch auch etwas für uns.“

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Also suchte er die Kooperation mit dem Sportverein – um das Projekt anzugehen und gemeinsam zu stemmen. Er klopfte bei Norbert Galonska an: „Wir sind sehr erfinderisch, wenn es darum geht, gute Ideen auch zu finanzieren“, sagt Rath. Norbert Galonska sprang sofort darauf an. Nicht nur, weil er ahnte, dass die eigenen Sportler sich über einen Fitnessparcours freuen würden. „Wir wollen auch der breiten Bevölkerung ein weiteres Bewegungsangebot machen“, sagt der Sportvereinsvorsitzende.

Die Kooperation machte es schließlich möglich: Seit Sonntag können die Wermelskirchener direkt neben der Waffelpause an der Balkantrasse in Bewegung kommen – an einem Fitnessparcours vor allem für Erwachsene. Die Auswahl der fünf Geräte fußt auf sportwissenschaftlichen Erkenntnissen, um möglichst viele Bewegungsabläufe in Schwung zu bringen. Balance- und Dehnübungen, Kraft- und Rückentraining: Fünf fest installierte Geräte bieten niederschwellige Übungen für Erwachsene. „Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgerade“, erklärt Klaus-Dieter Rath. An jedem der Geräte wurde eine große Tafel installiert, auf der sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene Hinweise für die Übungen am Gerät finden. „Wer regelmäßig kommt, wird schnell Fortschritte feststellen“, sagt Galonska.

Insgesamt 20.000 Euro hat die Installation des Fitnessparcours gekostet – dafür haben Sportverein und Kirchengemeinde ordentlich die Werbetrommel gerührt und starke Unterstützung gefunden. Das Grundstück an der Waffelpause hat die Kirchengemeinde selbst zur Verfügung gestellt. Es wurde bisher als Picknickwiese an der Waffelpause genutzt. Inzwischen ist ein zweiter Zugang zum Gelände geschaffen worden – direkt von der Balkantrasse zum Parcours. Der Sportverein hat einen Förderantrag für Geld aus dem europäischen Leader-Topf gestellt, mit dem Projekte im ländlichen Raum unterstützt werden. Mit Erfolg: 16.000 Euro flossen aus dem Fördertopf. Die restlichen 4000 Euro stemmte der Sportverein. Die Ehrenamtlichen gewannen die Stadt für die Vorbereitung und die Pflege der Fläche. Sparkasse und Kreissportbund spendierten schließlich das Eröffnungsfest – so dass Waffeln und Getränke an der Waffelpause am Sonntag nach dem Open-Air-Gottesdienst kostenlos über den Tresen gehen. „Viele haben an einem Strang gezogen“, freut sich Norbert Galonska zur offiziellen Eröffnung der Anlage am Sonntagmittag, „so ist unsere Stadt um eine Attraktion reicher geworden.“

Und gleichzeitig leben Kirchengemeinde und Verein so auch ihr Selbstverständnis: „Das ist die Idee“, sagt Presbyteriumsvorsitzende Dorothea Hoffrogge und deutet auf Waffelpause und Fitnessparcours, „wir verstehen uns als Kirchengemeinde mitten im Quartier. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“