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Wermelskirchen: Stadt erstellt Verkehrsentwicklungsplan

Wermelskirchen : Stadt erstellt Verkehrsentwicklungsplan

Ein Ingenieurbüro wird beauftragt, die Verkehrssituation in der Innenstadt zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten. Auch die Bürger sollen einbezogen werden. Die CDU schlägt als Ergänzung eine öffentliche Bürgerversammlung vor.

Harald Drescher kann die politische Diskussion über die Verkehrssituation in der Innenstadt nicht nachvollziehen. "Wir haben schon längst kommuniziert, dass wir das Thema Verkehr aufgreifen und nachjustieren werden", sagt der Tiefbauamtsleiter auf Anfrage der BM. Jetzt, da nach zehn Jahren der Umbau der Innenstadt fast abgeschlossen ist (zurzeit wird noch an der Oberen Remscheider Straße gearbeitet, 2015 folgt der Umbau des Busbahnhofs), sei der richtige Zeitpunkt, das Thema aufzugreifen. "Es ist normal, dass man nach zehn Jahren die Situation neu untersucht und bewertet", sagt Drescher.

Die Stadt werde ein Ingenieurbüro beauftragen, das die Verkehrssituation in der Innenstadt analysieren und Lösungen erarbeiten soll. Drescher nennt dies eine Art "Verkehrsentwicklungsplan". Die letzte Untersuchung dieser Art liege bereits 20 Jahre zurück. "Wir wollen aktuell auf die Belange eingehen, die notwendig sind", sagt der Tiefbauamtsleiter. Es gehe dabei nicht nur um den Durchgangsverkehr in der Telegrafenstraße oder die Parksituation und das Parkverhalten der Autofahrer, sondern zum Beispiel auch um die Routenführung für Radfahrer durch die Stadt.

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"Die Fachämter haben das Thema auf der Agenda", berichtet Drescher. Und Bürgermeister Eric Weik ergänzt: "Wir müssen das Thema Verkehr jetzt aufgreifen. Es ist der richtige Zeitpunkt, das ,Verkehrskonzept' fortzuschreiben. Wir möchten dies Anfang des nächsten Jahres auf den Weg bringen."

Dabei sollen laut Weik auch alle Verkehrsteilnehmer befragt und deren Meinungen eingeholt werden. "Ich gehe davon aus, dass es eine Bürgerbefragung geben wird", fügt Drescher hinzu. Der Tiefbauamtsleiter schätzt, dass ein erster Teil dieses "Verkehrsentwicklungsplans" im Frühjahr 2015 in der Politik diskutiert werden könne.

Die CDU ist dafür, erst ein Verkehrskonzept zu erstellen und dann die Meinungen der Bürger einzubeziehen. "Wir möchten dieses Konzept abwarten und darauf basierend in den ,Ge(h)sprächen' vor Ort oder in öffentlichen Bürgerversammlungen mit dem Bürgermeister und Vertretern aller Fraktionen die Vorschläge der Menschen aufnehmen", betont Randolph Schmidt, Sprecher der CDU im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr. "Mit Bürgerversammlungen haben wir beim Innenstadtumbau bereits gute Erfahrungen gemacht."

Auch die WNKUWG setzt sich für eine Verbesserung der Verkehrssituation ein. Sie hatte zuletzt vorgeschlagen, kurzfristig einen Fragebogen für Autofahrer und Fußgänger zu erstellen, um die Meinungen der Bürger abzufragen - so wie bei einer ADFC-Umfrage zum Thema Radverkehr zurzeit der Fall ist. Weik betont, dass es sich bei dieser Umfrage um eine bundesweite Aktion des ADFC handelt, in der auch für Wermelskirchen abgestimmt werden könne. Die Stadt unterstütze diese Aktion. Es sei aber seiner Meinung nach zu aufwendig, einen vergleichbaren Fragebogen speziell für Wermelskirchen zu erstellen. "Jetzt einen Schnellschuss zu machen, halte ich für sinnlos", meint Weik.

CDU-Vorsitzender Christian Klicki widerspricht zudem Henning Rehse (WNKUW), der meinte, dass die CDU jetzt schon den Bürgermeisterwahlkampf beginne, indem sie das Thema an den Bürgermeister herantrage. Ein Bürgermeister müsse auch ein Jahr vor einer Wahl arbeiten, sagt Klicki. "Dürfen wir Eric Weik nicht mehr die Erwartungen und Meinungen der Politik sagen, weil bald eine Wahl ansteht?"

(RP)