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Stadt-CDU nicht zufrieden, SPD fühlt sich „super“

Reaktionen der örtlichen Parteien zum Wahlausgang : Stadt-CDU nicht zufrieden, SPD fühlt sich „super“

Wermelskirchener Parteien nehmen am Abend der Bundestagswahl Stellung zum vorläufigen Ergebnis. Die Christdemokraten setzen auf eine „Zukunftskoalition“.

Weil die Christdemokraten „ordentlich Prozentpunkte“ abgegeben hätten, könne er nicht zufrieden sein. Das betonte Stefan Leßenich, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes in Wermelskirchen, nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl auf Anfrage dieser Redaktion. Trotz der Stimmenverluste für die CDU und den Bundestrend, der in den Augen von Leßenich auch das Ergebnis von Dr. Hermann-Josef Tebroke als Bundestagskandidat auf Kreisebene geschwächt hätte, zeigte sich sich der Wermelskirchener zuversichtlich: „Mich würde es freuen, eine Jamaika-Koalition hinzubekommen - das hatten wir in Deutschland noch nie.“ Das neu geborene Wort des Wahltags wäre „Zukunftskoalition“ und darum müsse die CDU nun kämpfen. „Die Frage wird sein, wohin sich die FDP schlägt - sie entscheidet, wer der nächste Kanzler wird“, blickte Leßenich aus: „Eine Koalition aus Rot-Grün-Rot kann es nicht geben - das ist schon gut. Ich bin allerdings überzeugt, dass an Silvester die Bundeskanzlerin Merkel noch amtiert, weil die Verhandlungen zur Regierungsbildung sehr schwierig werden.“

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Auf Seiten der „Kanzler-Macher“ zeigte sich der Wermelskirchen FDP-Vorsitzende Patrick Engels zufrieden: „Das Wahlergebnis ist gut - wir sind zum zweiten Mal in Folge zweistellig.“ Abgesehen von einer Großen Koalition sei keine Bundesregierung ohne Beteiligung der Liberalen möglich.

Auf die FDP als „Zünglein an der Waage“ hob auch die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Petra Weber ab und verwies genauso auf die Grünen: „Es kommt darauf an, wie sich die FDP in den Verhandlungen zu möglichen Koalitionen stellt - und das gilt genauso für die Grünen.“ Jetzt werde es nach einem spannenden Rennen um die Wählergunst noch einmal richtig spannend. Fürs Erste wären die Wermelskirchener Sozialdemokraten froh, dass ihre Partei vor der CDU liege: „Das ist super. Der Abstand hätte gerne etwas mehr sein dürfen. Wir sehen jedoch, dass Prognosen immer nur so lange gelten, bis die Stimmzettel ausgezählt sind.“ Ihre Hoffnung setzt Petra Weber in eine Ampel-Koalition als Bundesregierung: „Die könnte sehr fruchtbar sein für die weitere Entwicklung.“

Von Jubelschreien könne nicht die Rede sein, sagte die Vorstandssprecherin der Grünen in Wermelskirchen, Conchita Encina-Finken, aber: „Wir feiern, dass wir unheimlich zugelegt haben. Unser Wahlergebnis könnte angesichts der Prognosen von Februar oder März sicherlich besser sein, aber wir sind hier vor Ort froh, dass es für unseren Kandidaten im Rheinisch-Bergischen Kreis, Maik Außendorf, reicht, über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen.“ Ihr ginge es um Umwelt- und Klimaschutz, unterstrich Conchita Encina-Finken: „Wir wollen hoffen, dass die anderen Parteien es jetzt auch ernst meinen mit dem Klimaschutz und sich an ihre Versprechen aus dem Wahlkampf erinnern.“

Als „solide“ bezeichnete der Wermelskirchener AfD-Sprecher Karl Springer das Wahlergebnis seiner Partei: „Bei uns ist alles beim Alten, wenn man kein Erbsenzähler ist. Es ist, wie es ist - wir konnten jedenfalls unsere treue Stammwählerschaft wieder gewinnen. Wir sind fast so beliebt, wie die FDP.“ Die AfD hätte nicht viel verloren, aber „leider“ auch nicht viel dazu gewonnen: „Die AfD wird im Bundestag die einzige ernsthafte Opposition bleiben.“ Und weiter: „Das Wahlergebnis wird Auswirkungen haben, die manch einen in zwei, drei Jahren sich fragen lässt, ob er so richtig gewählt hat.“