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Wermelskirchen: Sportverband rügt Sparpläne

Wermelskirchen : Sportverband rügt Sparpläne

Der Stadtsportverband kritisiert: Über Hallenbenutzungsgebühren sei mit Vereinen nicht gesprochen worden. Zudem sieht der Verband keine Gleichbehandlung im Sparhaushalt – der Sport trage die Hauptlast.

Der Stadtsportverband (SSV) wehrt sich nicht gegen mögliche Hallenbenutzungsgebühren. Er fühlt sich aber vor vollendete Tatsachen gestellt. Vorsitzender Jürgen Weiher: "Die Vereine würden sicher moderate Hallenbenutzungsgebühren mittragen. Aber man kann uns nicht die Schlinge einfach um den Hals legen. Es müssen Gespräche geführt werden. Das hat bis heute zu diesem Thema nicht stattgefunden."

Das Regenbogen-Bündnis hatte es vor der Haushaltseinbringung schon verkündet, letztlich war deren Position im Haushaltsentwurf 2012 so niedergeschrieben: Die Stadt streicht ab 2012 die Zuschüsse (rund 28 000 Euro jährlich) und führt Hallengebühren ein (Einnahmen 2012: 35 000 Euro, ab 2013: 70 000 Euro jährlich).

Weiher kritisiert, dass es eigentlich in der Verwaltung niemanden mehr gebe, der sich für den Sport verantwortlich fühle: "Früher hatten wir ein Sportamt. Aber heute?" Über das Gebührenthema sei mit dem Stadtsportverband, der rund 8000 Sportler vertritt, nicht gesprochen worden. "Hier wird doch nur halb Vergorenes in die Welt gesetzt. Wie und in welcher Form so etwas umgesetzt wird, darüber sollte man doch erst einmal die Sportler informieren."

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Keine soziale Gleichstellung

In der jüngsten Vorstandssitzung sei man sich einig gewesen, dass es eine "Gleichbehandlung und Belastung aller Einrichtungen" in der Spardebatte geben müsse – Weiher spricht da die Volkshochschule, die Musikschule und die Kattwinkelsche Fabrik an: "Eine soziale Gleichstellung muss gewährleistet werden." Es dürfe nicht nur im Sport massiv gekürzt werden. Was da gefordert werde, sei keine Gleichbehandlung.

Beim Thema "Übernahme der Sportplätze" sei es doch auch möglich gewesen, ins Gespräch zu kommen, auch wenn es noch kein Ergebnis gebe: "Der Vorstand hat sich dreimal damit beschäftigt, wir haben eine Kommission gebildet, die dreimal getagt hat, haben Gespräche mit externen Fachleuten geführt und einmal mit Vertretern der Stadtverwaltung gesprochen. Mitte 2012 soll das Thema wieder angepackt werden." Warum gehe es nicht so auch bei Hallengebühren?

Weiher machte deutlich, dass die Mitgliederzahlen in den Vereinen zurückgehe. Gleichwohl sei die Freizeitgestaltung auch gesellschaftlich wichtig: "Man geht in Vereine, wo man sich wohlfühlt. Das dient der Gesunderhaltung von Körper und Geist. Das wird jetzt auf einmal alles in Frage gestellt, weil dieses Sparkonzept an die Existenz der Vereine geht." Denn niemand habe zu viel Geld im Portemonnaie.

Existenz der Vereine bedroht

Der Stadtsportverband erwarte jetzt, dass die Stadtverwaltung noch vor der Ausschusssitzung den Vereinen erläutere, wie sie sich die Einführung von Hallenbenutzungsgebühren vorstelle und wie sie die Einrichtungen gleich behandeln wolle. "Ich will hier nicht gegen Katt oder Musikschule streiten. Aber uns Sportlern muss dargelegt werden, wie es weitergehen soll." Dies im "Mammut-Ausschuss" von Sport, Kultur, Katt und Schule zu tun, sei der schlechteste Weg.

(RP)