Wermelskirchen Sportlich auch ohne Halle

Wermelskirchen · Die Schwanenschule hat wegen der geschlossenen Halle unter enorm erschwerten Bedingungen den Sportunterricht durchgezogen, ihr Angebot sogar erweitert. Sie hat gute Gewinnchancen im NRW-Wettbewerb.

Sportunterricht ohne Sporthalle? Und dann noch mitmachen beim Wettbewerb „Bewegungsfreudige Schule NRW“? Dieser Spagat scheint der Schwanenschule so gut gelungen zu sein, dass sich Schulleiterin Carolin Maus jetzt sogar wieder gute Chancen ausrechnet, zum zweiten Mal unter den Hauptpreisträgern zu sein. „Die Wettbewerbskommission war bei ihrem Besuch des Lobes voll. Die Mitglieder haben besonders honoriert, das wir unter erschwerten Bedingungen ohne Sporthalle unser Bewegungsprogramm sogar noch erweitert haben“, berichtet Carolin Maus. Und die Kommission habe bereits avisiert, sie wolle die Schwanenschule unbedingt in das Netzwerk der Schulen mit Vorbildfunktion aufnehmen, freut sich die Leiterin.

Lehrer wurden kreativ

Doch Carolin Maus freut sich vielleicht noch mehr, wenn die Schwanenhalle, wie von der Stadtverwaltung avisiert, jetzt wieder geöffnet wird. Der Sportunterricht fand nämlich seit Schuljahresbeginn bei schlechtem Wetter unter enorm erschwerten Bedingungen in der kleinen Aula und sogar in den Fluren statt. „Wir sind, wenn es eben ging, auf die Höfe ausgewichen und haben sogar bei Nieselregen draußen Sportunterricht erteilt“, berichtet Carolin Maus. Aber in der Aula und in den Fluren musste trotzdem allzu oft „die wilde Meute gebändigt werden“. Kinder hätten nun mal einen besonderen Bewegungsdrang, da sei bei den Sportlehrern enorme Kreativität gefragt gewesen: „Die Kinder durften in der Aula und in den Fluren nicht rennen, nicht zu viel Lärm machen, um die anderen Klassen nicht zu stören. Und Ballspiele konnten überhaupt nicht stattfinden“, schildert Carolin Maus die Einschränkungen. Trotzdem ist es den Lehrern, aber auch unterstützt durch die Eltern, gelungen, das Konzept „gesunde und bewegungsfreudige Schule“ noch auszubauen. In Vorbereitung ist jetzt beispielsweise eine Lauf-Ag für Eltern und Kinder, die dann auch in den Sponsorenlauf für Anschaffungen in der Schule münden soll. Beeindruckt war die Kommission laut Carolin Maus auch von dem „Sportgerätepark“ der Schwanenschule. Das Spielhaus konnte sie ebenso präsentieren wie den Rollerpark für die ersten und zweiten Klassen sowie die 30 Rollbretter zur Schulung des Gleichgewichtes und vieles mehr: „Die haben uns gefragt: Wo haben sie das alles her?“, berichtet Carolin Maus und fügt hinzu: „Aus unserem normalen Schul-Budget ganz sicher nicht. Sponsoren und Eltern haben uns immer wieder geholfen.“

Niemand fällt runter

Neben diesen Besonderheiten nahm die Kommission aber natürlich auch den regulären Sportunterricht der Schwanenschule unter die Lupe. „Wir beschäftigen nur noch ausgebildete Sportlehrer. Uns gelingt es tatsächlich, die leistungsschwachen Schüler nicht hinten runter fallen zu lassen. Andererseits fördern wir die Leistungsstarken auch so, dass sie nicht unterfordert sind“, betont Carolin Maus.

(RP)