Spielerisch Musik und Rhythmus kennenlernen

Musikschule Wermelskirchen : Spielerisch Musik und Rhythmus erleben

Bevor Kinder Kurse der Musikalischen Früherziehung besuchen, bietet die Musikschule den Kursus MusiKüsse an. Zielgruppe sind Kleinkinder von null bis vier Jahren. Und ihre Eltern.

Es ist ein einziges Gewusel im großen Raum im Erdgeschoss der Musikschule. Sieben kleine Mädchen und Jungen im Alter von etwa drei Jahren sind mit ihren Mamas gekommen, um sich als MusiKüsse zusammen mit Kursleiterin Annegret Oppelcz langsam und spielerisch den Themen Rhythmus, Bewegung und Musik zu nähern. „Das Kursangebot ist speziell an diese ganz kleinen Kinder gerichtet, die eigentliche musikalische Früherziehung richtet sich dann an die vier- bis sechsjährigen Kinder“, sagt Annegret Oppelcz.

Die MusiKüsse sind dagegen in der Regel zwischen 18 Monaten und drei Jahren. „Es ist eine Mischung aus Bewegung, Tanz und Musik. Mein Ziel ist es, dass die Kleinen spielerisch Musik und Rhythmen erfahren können“, sagt die Pädagogin. Dazu hat sie sich auch eine ganze Menge einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit ihrer MusiKüsse zu bekommen. Das Repertoire reicht dabei von Stimmübungen und verschiedenen Bewegungs- und Koordinationsübungen bis hin zu einem kleinen Entspannungslied, bei dem sich die kleinen Nachwuchsmusiker in den Armen der Mütter entspannen konnten.

„15 bis 18 Stunden dauert der MusiKüsse-Kursus pro Halbjahr, das hängt ein wenig von den Ferien und Feiertagen ab“, sagt Kursleiterin Annegret Oppelcz. Es gebe in den einzelnen Einheiten viele Wiederholungsteile, da Kinder ja in der Regel am besten über Wiederholungen lernen würden. „Ein paar feste Elemente sind etwa das Begrüßungs- oder das Schlusslied. Dazu gibt es dann jeweils unterschiedliche Einheiten, die jede Woche in ein bestehendes Raster ergänzt werden“, erklärt die Pädagogin.

Und dann wendet sie sich wieder an ihre MusiKüsse. „Ich brauche jetzt einmal zwei Mamas, die in der Mitte stehen und einen Baum spielen“, sagt sie. Schön sei nämlich, dass nicht nur die Kinder aktiv seien, sondern auch die Mamas oder Papas. „Das ist ein schöner Nebeneffekt. Ich erlebe es immer wieder, das nach eigener Aussage ganz unmusikalische Eltern nach dem Kursus gerne in einen Chor gehen oder ein Instrument erlernen wollen“, sagt Annegret Oppelcz.

Doch jetzt müssen zwei Mamas erst einmal einen Baum spielen. Um den herum fliegen ganz viele Bienchen, die laut summen und brummen. Oder Käfer, deren Gekrabbel mit über Trommelfelle streichende Finger symbolisiert wird. Oder der Wind, der die Gäste am Baum ganz flink wieder vertreibt. Später spielt Annegret Opelcz ein Tanzlied ab, zu dem die MusiKüsse unter lautem Gelächter tanzen, springen und klatschen. Dann ist es Zeit für ein wenig Erholung: „Der Mond geht auf die Reise“, heißt das dazugehörige Lied, das einen schönen Kontrast zum lauten und wilden Spiel von gerade eben bietet.

Die dreijährige Emilia ist mit ihrer Mama Tanja Schumacher beinahe schon so etwas wie ein alter Hase. „Ja, wir haben schon recht früh angefangen, weil unsere ganze Familie sehr musikalisch ist“, sagt Tanja Schumacher, während ihre Tochter sich etwas schüchtern an die Mama schmiegt. „Wir waren auch schon im Vorjahr bei den MusiKüssen, außerdem waren wir bei einem Kursus für ganz kleine Kinder bei der Villa Musica“, sagt Tanja Schumacher. Ihre Tochter habe große Freude an der Bewegung und das merke man ihr auch an, sagt die Wermelskirchenerin.

„Im nächsten Jahr, wenn Emilia vier Jahre alt ist, wird sie dann auch zur Musikalischen Früherziehung gehen.“ Und dass Emilia tatsächlich Spaß an der Bewegung hat, ist deutlich zu sehen, wenn sie mit den anderen MusiKüssen quer durch den Raum flitzt und alle Bewegungsspiele eifrig mitmacht. „Das macht mir auch am meisten Spaß“, sagt die Dreijährige und will gleich wieder loslaufen.

Tanja Schumacher mit ihrer Tochter Emilia (3). Foto: Weitzdörfer. Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Die dreijährige Greta ist mit ihrer Mama Carina Tschenker extra aus Remscheid nach Wermelskirchen gekommen. „Wir wollten eigentlich an der Remscheider Musikschule einen solchen Kleinkinderkursus machen, der ist aber leider nicht zustande gekommen“, sagt Carina Tschenker. Greta hat vor allem beim Trommeln viel Spaß und freut sich sichtlich darüber, mit ihren Altersgenossen zu tanzen und zu spielen. „Das ist eine neue Gruppe, die findet sich dann aber recht schnell zusammen, und dann ist so ein Kursus eine ganz tolle Sache für alle Beteiligten“, ist sich die Remscheiderin sicher. Und auch Greta sieht man an, dass sie sehr gerne einer von den MusiKüssen in Wermelskirchen sein will...

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