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Wermelskirchen: Spatenstich für das neue Schuldorf

Wermelskirchen : Spatenstich für das neue Schuldorf

Nach den Osterferien rollen die Schwertransporter an und bringen die ersten Modulelemente für das neue Schuldorf der Realschule. Bereits im August sollen die Klassenräume an der Rot-Kreuz-Straße bezogen werden.

In einer Rekordzeit von zwölf Monaten hat die Stadtverwaltung die Planung, Ausschreibung und Vergabe für das neue Schuldorf an der Realschule bearbeitet — gestern war der symbolische Spatenstich für ein Projekt, das damit auch einen Schlussstrich zieht unter einen unrühmlichen Teil der Wermelskirchener Schulgeschichte — die PCB-Sanierung der Realschule. Bereits in fünf Monaten sollen die Realschüler die neuen Klassenräume beziehen.

1995 wurde mit der PCB-Sanierung der Realschule begonnen; bis 2004 flossen rund eine Millionen Euro in dieses Projekt. Die Schadstoffwerte, das mussten Schüler und Lehrer leidvoll erfahren, waren aber nicht gesunken, sondern weiter gestiegen. 2013 wurde der politische Schlussstrich gezogen. Kein Neubau, sondern Investition in eine neue Schulform, die Sekundarschule. Und: Bau eines Schuldorfes, damit die Realschüler die letzten fünf Jahre bis zur Auflösung in gesunden Räumen unterrichtet werden.

Das Schuldorf, erklärte am Dienstag Bürgermeister Eric Weik, sei "keine Notlösung". Es seien keine Container, sondern Massivbauteile als Holzfertigelemente. Das Gebäude werde dauerhaft genutzt — ob es nach fünf Jahren an die Firma Erne in der Schweiz zurückverkauft werde, sei eine Option, die man sich gesichert habe.

So wird das neue Schuldorf an der Realschule aussehen. Foto: Erne

Nicht PCB-belastet sind Neubau und Pavillon (Mensa). Diese Gebäudetrakte werden weiter genutzt; ebenso der Eingangsbereich des belasteten Hauptgebäudes und die nicht belastete Toilettenanlage.

Kai Haas, Vorsitzende der Schulpflegschaft, und als Vertreter der Realschule Christoph Leyhausen, Schulverwaltungs-Assistent, zeigten sich überzeugt von dem neuen Projekt. "Wir hatten ja anfangs so unsere Startschwierigkeiten", sagte Haas, "aber im vorigen Jahr haben wir gut zusammengearbeitet."

Bis zu den Sommerferien müssen Schüler wie auch Anwohner mit Dreck und Lärm leben. Weik bat aber um Verständnis. Gleichzeitig appellierte er an die Schüler, die Baustelle nicht als Spielplatz zu benutzen.

Das neue Schuldorf wird in der Schweiz produziert. Am Dienstag war Bernd Bonsch, Verkaufsleiter Deutschland der Herstellerfirma Erne, beim Spatenstich dabei. 90 Prozent der Holzelemente würden in der Schweiz vorgefertigt, montiert und später demontiert in Teilen angeliefert. Vor Ort werden Schweizer Monteure dann dass Gebäude errichten. Die Teile seien komplett zum Beispiel mit Tapete und Fenstern ausgestattet; weitere Gewerke werden örtliche Handwerker ausführen.

Nach Ostern werden, so berichtete Bonsch, die ersten Elemente mit Tiefladern angeliefert. Sie haben eine Länge von 15 Metern und eine Höhe von 3,8 Metern. Der Rückkauf sei, so Bonsch im Gespräch mit der BM, sei übrigens in der Schweiz ein übliches Verfahren. "Wenn Wermelskirchen die Elemente nicht mehr benötigt, verkaufen wir sie dann weiter."

(RP)