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Wermelskirchen: Sparen: Jugendarbeit der Musikschule in Gefahr

Wermelskirchen : Sparen: Jugendarbeit der Musikschule in Gefahr

Mit einem "guten Gefühl" ist die Vorsitzende der Musikschule, Anke Schopphoff, aus einem Gespräch mit Vertretern aller Fraktionen gegangen, zu dem sie eingeladen hatte. "Uns lag sehr viel an einem sachlichen Gespräch, um Informationen zu vermitteln.

Wir hoffen, dass die Vertreter dies mit in ihre Haushaltsberatungen tragen." Denn: Die geplanten Kürzungsvorschläge würden laut Schopphoff bedeuten, dass der Verein in jedem Jahr gezwungen sei, eine betriebsbedingte Kündigung auszusprechen. "Das schien so vielen nicht bewusst." Kündigungen wirkten sich dann auch auf das Programm der Musikschule aus.

192 000 Euro Zuschuss bekommt der Verein bislang jährlich — bis 2015 sollen 100 000 Euro eingespart werden, 35 000 Euro bereits in diesem Jahr. 25 000 Euro, so hatte der Verein vor Einbringung des Haushaltsentwurfs 2012 angeboten, könnte geleistet werden, inzwischen auch 35 000 Euro — verbunden mit Beitragserhöhungen und Nichtbesetzung der Stelle von Nathalie Bohnet.

Kooperationen

Gestern ging's darum, die Arbeit, die Vereinsstruktur, die Finanzsituation und die Folgen etwaiger Kürzungen darzustellen — unterstützt wurde Schopphoff von Kooperationspartnern wie Gymnasium, Lebenshilfe, KGS, AWO-Kindergarten und Volker Gerland, Leiter der Musikschule Dortmund, Landesvorsitzender der Musikschulen und vor Alfred Karnowka Leiter in Wermelskirchen.

So hätten Vertreter der Kooperationspartner den Politikern dargelegt, dass man die Arbeit der Musikschule in Schulen, Kindergärten oder der Lebenshilfe nicht ersetzen könne. So betreut die Musikschule in der KGS in allen vier Jahrgangsstufen Musikklassen; im Gymnasium sind es bereits drei Orchester in der Unterstufe.

"Wir leisten wichtige Jugendarbeit", betonte noch einmal Anke Schopphoff. Vor allem die Arbeit mit den Kooperationspartnern erreiche auch Kinder aus Familien, in denen nicht selbstverständlich sei, dass sie an Musik herangeführt würden. So sei die Musikschule Wermelskirchen mit über 930 Schülern eine sehr große, bestätigte Gerland — mit der Zuschussquote, die deutlich unter dem Landes- und Bundesschnitt liege, leiste Wermelskirchen "sehr effiziente Arbeit". Er berichtete davon, dass im Landestrend eher ein Ausbau der Musikschulen zu beobachten sei — so fördere das Land das Ruhrgebiet-Projekt "Ein Instrument für jedes Kind".

"Ich habe schon den Eindruck, dass niemand die Musikschule kaputt sparen will." Es sei auch ein sehr konstruktives Gespräch gewesen, gibt Schopphoff ihre Eindrücke wieder: Sie hofft nun darauf, dass die Politiker einen Kompromiss finden werden, damit es mit der Musikschule weitergehen kann.

(RP)