Wermelskirchen: Spannende Schulgeschichte beim BGV

Wermelskirchen : Spannende Schulgeschichte beim BGV

Eine "unglaubliche Fleißarbeit, präzise, perfekt und gut vorgetragen".

Die Vorträge von Volker Ernst, dem Vorsitzenden des Bergischen Geschichtsvereins (BGV), sind beliebt. Selbst aus normalen oder vielleicht sogar auf den ersten Blick langweiligen Themen wird meist etwas Interessantes und Spannendes. Die Gewitterschwüle stand im Bistro der Kattwinkelschen Fabrik. Trotzdem war der Raum mit über 50 Gästen gut besucht.

"Zur Schulgeschichte von Wermelskirchen" war sein Thema an diesem Abend. "Es ist ganz bewusst so gewählt, denn der Vortrag ist nicht komplett", sagte Ernst zu Beginn und entschuldigte sich dafür, dass es "nicht der kürzeste Vortrag wird".

Dem Vortrag ging eine unglaubliche Fleißarbeit voraus. Akten und Schulchroniken waren zu prüfen. Bis in Archive nach München führte der Weg, um die Schulgeschichte aufzuklären. Katasterpläne mit alten und aktuellen Fotografien wurden verglichen. 1624 beginnt das Schulleben im Bereich von Wermelskirchen. Zunächst unter kirchlicher Kontrolle, dann im frühen 18.Jahrhundert unter staatlichem Einfluss. Ab 1801 musste die Befähigung zum Lehrer nachgewiesen werden, 1812 begann die Einteilungen der Schulbezirke und 1815 wurde dies in Wermelskirchen umgesetzt. Es entstanden 18 evangelische und zwei katholische Bezirke. Ernst erklärte die Bezirke, die Veränderungen und ging auf jeden Standort der einzelnen Schulen ein. Teilweise sind die Schulen bis heute am ursprünglichen Standort wie zum Beispiel die Schwanenschule, die seit 1892 existiert.

"Die katholische Schule ist eine Nomadenschule", sagte Ernst. Immer wieder war diese Schule an einem neuen Standort zu finden. "In der Kölner Straße, dort wo heute Woolworth ist, dann in der Remscheider Straße, dann in der Telegrafenstraße (heute Spielcasino), unbelegt auch im Brückenweg und ab 1968 bis heute in der Jörgensgasse, am heutigen Standort", sagte Ernst.

Viele der ehemaligen Schulgebäude sind bis heute erhalten und dienen oft als Wohngebäude. Auch die verschiedenen Schulformen machen die Schulgeschichte nicht einfacher. Rektoratsschule. Höhere Mädchenschule und Hilfsschule sind heute verschwunden. Spannend aber immer zu hören, wie etwas entstanden ist, wie es sich verändert hat und woher es kommt. "Bei den Vorträgen von Volker Ernst kann man sicher sein, dass alles stimmt", sagte Besucher Achim Schulte. Der ehemalige Lehrer und Stadtführer ist begeistert von der Arbeit. "Eine unglaubliche Fleißarbeit, präzise, perfekt und gut vorgetragen. Und trotzdem ist das Ganze nur die Basisarbeit. Daraus kann noch eine ganze Reihe entstehen mit Einzelheiten, Anekdoten und vielen spannenden Geschichten." Geschichtsinteressierte dürfen sich sicher auf weitere Vorträge freuen.

(wsb)