Kultur in Wermelskirchen Die „Cello-Jukebox“ zur Kaffeestunde

Wermelskirchen · Katrin Banhierl und Heike Schuch, zwei Cellistinnen des „Solina“-Ensembles, sorgten im Haus Eifgen mit breit gefächerter Liedauswahl für etwas andere Salonmusik.

 „Cello kann mehr“. Unter diesem Motto trat das Cellistinnen-Duo im Haus Eifgen auf.

„Cello kann mehr“. Unter diesem Motto trat das Cellistinnen-Duo im Haus Eifgen auf.

Foto: Jürgen Moll

Vor dem Haus Eifgen in der Sonne sitzt zur besten Kaffeestunde die Kult-in-Wk-Co-Chefin Anja Klein, vor sich das „Damen-Gedeck“, bestehend aus einem Pinchen Eierlikör und einem Stück Eierlikörkuchen. Das gab es zur Musik von Katrin Banhierl und Heike Schuch, zwei Mitgliedern des „Solina“-Esembles aus Süddeutschland, im Inneren zu genießen. Es war der zweite Besuch des launigen Cello-Duos bei der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk), das schon im vergangenen Frühling für sehr angenehme Kaffeehaus-Atmosphäre mit ungewöhnlicher Musik gesorgt hatte. Damals wehte indes ein Duft von Waffeln durchs Haus Eifgen. Doch auch Eierlikör und selbiger Kuchen schafften es, das kulinarische Begleitmaterial zur breitgefächerten Musik-Auswahl der gut aufgelegten „Cello-Jukebox“ zu sein.

Heike Schuch und Katrin Banhierl zogen ihr Programm mit jeder Menge Spielfreude und viel Schalk im „Cello-Nacken“ durch. Der Untertitel „Jukebox-Show am Sonntag“ war Teil dieses Programms. Der zweite, um genau zu sein. Denn der erste bestand aus der Quasi-Spotifiy-Playlist der beiden Musikerinnen, während das Publikum im zweiten Teil selbst bestimmen konnte, was gespielt werden sollte. Dazu hatte man Programmzettel ausgelegt, auf denen die Besucher aus 20 Stücken ihre drei Lieblinge auswählen konnten.

Und wie gut das Konzept mit nur zwei Celli funktionierte, wurde gleich bei den ersten beiden Stücken des Nachmittags klar. Auf den „Walzer Nr. 2“ von Dimitri Schostakowitsch folgte „Let It Be“ von den Beatles. Natürlich gab es noch deutlichere Genre-Gegensätze, aber auch so wurde die Bandbreite des Duos schon sehr deutlich. Es gab Ausflüge in die Klassik, in den Pop, in den Rock, ins Musical und sogar auch in die Disco. Alles funktionierte mit dem immer leicht melancholisch-leidenden, aber immer auch wunderbar warmen Klang des Cellos ganz hervorragend. Sei es „Moon River“ aus dem Audrey-Hepburn-Filmklassiker „Frühstück bei Tiffany“, bei dem man Holly Golightly förmlich mit der Gitarre in der Hand vor sich sah.

Oder seien es „Nothing Else Matters“ der Heavy-Metal-Ikonen Metallica, das ja bereits von der finnischen Cello-Metal-Band Apocalyptica vor Jahren für das Streichinstrument arrangiert wurde oder der furiose „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan. Als „roter Faden“ fungierte die launige und immer ein wenig anarchische Moderation der Cellistinnen. Das hatte Charme und kam beim Publikum an, das mit Applaus nicht sparte.

(wow)
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