Gymnasium Wermelskirchen Schüler zünden ein Feuerwerk für die Kultur

Wermelskirchen · Vor vollem Haus präsentierten die Gymnasiasten beim Kulturabend ihr Können und begeisterten ihr Publikum mit Gesang, Tanz oder gemeinsam als Orchester.

Heiter und beschwingt stimmte der Unterstufenchor den Song „Lemon Tree“ an.

Heiter und beschwingt stimmte der Unterstufenchor den Song „Lemon Tree“ an.

Foto: Jürgen Moll

Es sind kleine, goldene Momente. Sie bleiben in Erinnerung und wirken nach. Und sie erzählen von Schülern, die in sich einen Funken entdeckt und sich auf die Spur danach gemacht haben. So wie Cedric Klimasch, der am Mittwochabend plötzlich „Hooked On A Feeling“ anstimmt und innerhalb von Sekunden seinen Alltag abzuschütteln scheint, um sich zu zeigen – mit so viel Liebe zu seiner Kunst, dass den Zuhörern die Münder offen stehen.

Oder Linda Säger, die ganze alleine in ihrem Tanzoutfit die Bühne betritt und mit so viel Ausdruck ihre Geschichte erzählt, dass man im Publikum eine Stecknadel fallen hören würde. Oder Daniil Sivakonskyi, der in der Ukraine geboren wurde und dann vor dem Krieg floh: Er besucht die internationale Vorbereitungsklasse am Gymnasium und am Mittwochabend steht er mit seinem Akkordeon auf der großen Bühne im Pädagogischen Zentrum und rührt zu Tränen.

Jemima Esteves, die weit über den Kreis der Mitschüler hinaus bekannt ist, weil sie bei einer Casting-Show mit ihrer Stimme bis ins Finale kam, singt „Skyfall“. Gemeinsam mit Cedric Klimasch stimmt sie „Shallow“ an. Fast drei Stunden lang glitzern und glänzen diese goldenen Momente beim Kulturabend im Gymnasium um die Wette.

Die Schule hat zusammengelegt: Mit einem Aufruf hatte der Musikkurs „Q1“ alle Schüler aufgerufen, ihr kulturellen Können zu zeigen. Sänger, Tänzer, Instrumentalisten – sie alle haben ihr Hut in den Ring geworfen. Malia Book, Lena Kottsieper und Sina Vogel mit ihren Stimmen, Rebecca Setzer am Klavier, ein kleines Ensemble spielt „Peter und der Wolf“. Raquel Soler Monte und Mia Bleckmann tanzen. Sie werden mit riesigem Jubel für ihre Auftritte belohnt.

An den Wänden hängen frische Werke der Kunstklasse. Und auch die Ensembles der Schule haben sich auf diesen Abend vorbereitet und bringen das Pädagogische Zentrum zum Klingen – vor vollem Haus versteht sich. Und auch ihnen gilt großer Applaus für wundervolle Stimmen und Melodien und ein abwechslungsreiches Programm. Vor allem Eltern und Großeltern, aber auch Kulturschaffende der Stadt, die sich einen Eindruck machen wollen, sind gekommen.

Jona Orendi präsentierte bei seinem Trompeten-Solo den Beatles-Klassiker „Hey Jude“.

Jona Orendi präsentierte bei seinem Trompeten-Solo den Beatles-Klassiker „Hey Jude“.

Foto: Jürgen Moll

Sie erleben, wie das große Schulorchester den Abend eröffnet, wie der Unterstufenchor heiter und beschwingt „Lemon Tree“ anstimmt und wie Jona Orendi auf seiner Trompete „Hey Jude“ spielt. Sie schnipsen gelegentlich mit, sie jubeln, applaudieren und ermutigen. Die Kentucky-Austauschschülerin Maggie Taylor springt spontan als Tänzerin ein – weil eine deutsche Schülerin krankheitsbedingt ausfällt. Und als der Projektchor die berührenden Klänge von „Another Love“ über die Bühne schickt, tanzen Pia Steinhoff und Mathilda de Brün zu der Melodie.

Es ist ein bunter Reigen, ein langes Programm, für das die Schüler sorgen – eingebettet in eine gut gemachte Kriminalgeschichte. Die beginnt mit einer Lehrergruppe auf der Bühne, die einen Hacker-Angriff entdeckt: Der Schule wurde die Kultur geklaut. Mit verzerrter Stimme meldet sich der Entführer siegesgewiss. Aber die Schüler füllen die Kultur wieder auf.

Isabela Braches und Phil-Micha Hübner, die als Moderatoren durch den Abend führen, haben stets das Kulturbarometer im Blick. Vor allem Hübner begeistert dabei mit viel Leichtigkeit und Witz. Und am Ende des Kulturabends, der mit einem wunderbaren „Mamma Mia“ von Schulorchester und Projektchor ausklingt, steht fest: Am Gymnasium muss sich niemand Sorgen um die Kultur machen.