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Wermelskirchen: So klappt "Leader" in Wermelskirchen

Wermelskirchen : So klappt "Leader" in Wermelskirchen

Für vier Projekte hat der Verein bereits grünes Licht gegeben. Das integrative Bogenprojekt von "Alpha", geplant in Dhünn, passt zwar ins Konzept, doch die Stadt zog ihre Zusage fürs Grundstück zurück.

"Leader" bietet Vereinen, Gruppen, Organisationen und sogar Firmen die Chance, Fördermittel für Projekte zu kommen. Dabei gibt es aber auch K. O.-Kriterien, die vom Geldsegen ausschließen. Das machte Regionalmanagerin Céline Zahn vom Verein "Leader Bergisches Wasserland" bei einer Informationsveranstaltung im Bürgerzentrum deutlich. Während "Leader" immer wieder durch viele Gesprächskreise wabert, sind es die Details, die die Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen interessant oder eben unattraktiv machen. Nur zwei Besucher fanden den Weg ins Rathaus: Manfred Schmitz als interessierter Bürger und Friedel Burghoff als Vorsitzender der Kulturgemeinde.

"Leader"-Fördermittel stammen aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Damit sind in der Wermelskirchener Innenstadt angesiedelte Projekte per sé von einer Förderung ausgeschlossen: Die "City" gilt statistisch als zu dicht besiedelt, es wohnen dort zu viele Menschen pro Quadratmeter. Durch die innerstädtische Lage habe der geplante Jugendfreizeitpark in Wermelskirchen keine Chance auf Zuschüsse aus dem "Leader"-Topf, da müssten andere Fördermittel in Frage kommen. Ebenso die Kulturinitiative Wermelskirchen als Aktive im Haus Eifgen, wie Zahn auf Nachfrage bestätigte. "Eine Änderung dieser Bezirkszuteilung bei der Bezirksregierung zu erwirken, ist theoretisch möglich. Das dauert aber mindestens sechs Jahre, dann ist Leader vorbei", betonte sie.

Innerhalb von zweieinhalb Jahren startet "Leader Bergisches Wasserland" den vierten Aufruf zur Bewerbung um die Fördermittel: Die Bewerbungsphase startet am 1. September, Bewerbungsschluss ist am 12. Oktober. Die Bewertung der Projekte erfolgt am 27. November. "Bereits jetzt beraten wir gerne und bereiten Bewerbungen zur Einreichung vor. Mein Prinzip ist: Lieber vorher gut nachdenken und dann schnell durch die Bewerbung gelangen als umgekehrt", sagte die Regionalmanagerin

 Mit dieser Biomasse-Heizungsanlage sollen im Freibad die Energiekosten gesenkt werden. # "Solarjet" auf Schultour 2017 im Berufskolleg. Auch 2018 kommt die Band. BM-Archivfotos: Roenneke/Moll
Mit dieser Biomasse-Heizungsanlage sollen im Freibad die Energiekosten gesenkt werden. # "Solarjet" auf Schultour 2017 im Berufskolleg. Auch 2018 kommt die Band. BM-Archivfotos: Roenneke/Moll Foto: Freibad

Von den insgesamt zur Verfügung stehenden 2,4 Millionen Euro habe der Verein bislang 1,3 Millionen Euro auf 21 Projekte in Burscheid, Odenthal, Kürten, Wipperfürth, Marienheide, Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen verteilt. "Wir sind im Soll. ,Leader' will lieber viele kleine als wenige große Projekte fördern, um möglichst vielen Menschen zu helfen", sagte Zahn. Erstattet werden bis zu 100.000 Euro und maximal 65 Prozent der Projektkosten. Die Mindestförderung beträgt 2000 Euro. Ist eine Förderung bewilligt worden, müssen Antragsteller die Kosten vorfinanzieren. "Die Vorfinanzierungszeit beträgt nur vier bis sechs Wochen", betonte Céline Zahn. Ein wichtiges Kriterium für eine Bewilligung von Fördergeldern: Das Projekt muss nachweislich realisierbar sein. Daran scheiterte der Wermelskirchener Verein "Alpha" mangels verfügbarem Grundstück für einen barrierefreien Bogenschießsportparcours. "Das Projekt würde vom Konzept passen. Mit entsprechendem Grundstück hätte es beste Chancen auf Förderung", unterstrich die Regionalmanagerin.

Zahn gestand ein, dass die Antragstellung "mühselig" sein könne. Manfred Schmitz wollte dennoch ein Formular per E-Mail zugesandt bekommen, um zu wissen, wie "der erste Schritt aussieht".

(sng)