Shakespeare einmal selber lesen in der Bücherei

Mitmachaktion in der Stadtbibliothek Wermelskirchen : Shakespeare einmal selber lesen in der Bücherei

Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ ist wohl eines der bekanntesten Theaterstücke und lässt einen sofort an Schauspieler in bunten Kostümen, große Bühnen, Zauber und Verwirrung denken.

Es geht jedoch auch ganz anders: In der Stadtbücherei Wermelskirchen schlüpften am Dienstagabend achtzehn lebensbegeisterte Männer und Frauen selber in die Rollen des Werks. Die Leiterin der Bücherei, Kathrin M. Ludwig, organisierte erstmals so ein offenes Vorlesen. „Ich bin total zufrieden, dass es so gut läuft. Alle sollen ja Spaß haben und dieses Stück ist sehr lustig und gut geeignet.“

Dabei war bis zu Beginn nicht einmal klar, ob alle Rollen besetzt werden könnten und genug Teilnehmer da sein würden, doch es ging gerade so auf. Die meisten Rollen wurden spontan vor Ort verteilt und so kam es, dass zum Teil Frauen Männerrollen lasen, andere verkörperten Liebespaare mit einem völligen Fremden, denn kaum einer hatte sich vor dem Zusammentreffen an diesem Abend schon einmal gesehen.

Das machte das Ganze besonders lustig und aufregend. „Ich habe von der Veranstaltung gelesen und musste einfach kommen“, meint Heike Ollesch. „Schon aus Neugierde darüber, wie so ein verteiltes Lesen funktionieren sollte.“ Ollesch, die selber ein kleiner Shakespeare-Fan ist, ging voll in ihrer Rolle auf. Dabei hatte sie zuvor noch nie Theater gespielt oder sonst etwas Vergleichbares gemacht. Aber gerade das machte den Reiz aus.

Ebenso ging es der jüngsten Leserin, Jana Eschmann. Die Sechzehnjährige hatte erst kurz vorher durch Zufall von der Veranstaltung erfahren und war spontan vorbeigekommen. Sie kannte das Werk nicht und bekam prompt eine der männlichen Hauptrollen zugeteilt, den Demetrius. „Erst war ich total aufgeregt und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Ich hätte echt nicht damit gerechnet, dass es so Spaß macht, aber hier sind auch echt viele begabte Leser“, sagt sie.

Und scheinbar teilten die anderen Anwesenden diese Meinung. Einige lasen mit verstellten Stimmen oder sangen sogar, wenn das Skript es verlangte. Immer wieder brachen alle in Gelächter aus, über besonders lustig geschriebene oder vorgetragene Textpassagen. Nach diesem ersten erfolgreichen Leseabend geht Kathrin Ludwig davon aus, dass weitere folgen werden.

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