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Senioren lernen, mit Handy und Computer sicher zu bezahlen​

Sicherheit in Wermelskirchen : Senioren lernen, mit Handy und Computer sicher zu bezahlen

Rund 40 Senioren kamen zur Informationsveranstaltung der Sparkasse zum Thema Online-Banking. Die Stadt startet damit eine Offensive für Senioren – und rund um die digitalen Möglichkeiten.

Die allermeisten Überweisungen werden heute per Online-Banking auf den Weg geschickt. An der Computertastatur geben Nutzer ihre Daten ein, Kontonummern und Beträge und in Windeseile wird das Geld verschickt. „Vor allem bei älteren Menschen gibt es aber dabei häufig Sicherheitsbedenken“, sagt Steffen Rudolph vom Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe. Das bestätigt am Mittwochnachmittag auch die große Nachfrage auf die gemeinsame Einladung von Seniorenbeirat und Sparkasse: Als Startschuss für eine Offensive rund um digitale Themen sind Senioren zum Vortrag über Online-Banking ins Bürgerzentrum eingeladen. Rund 40 Männer und Frauen haben sich angemeldet. „Wir sind hier, um zu erfahren, wie wir auf sicheren Wegen bezahlen können“, sagt ein Herr im Gespräch mit dem Referenten.

Es ist ein Spagat, den Steffen Rudolph an diesem Nachmittag nehmen muss. Denn es entpuppt sich schnell: Im Publikum sitzen sowohl Zuhörer, die mit Onlinehandel und -banking bereits Erfahrung haben. Als auch jene, die bisher wenige Berührungspunkte mit Smartphones oder Tablets hatten. Während auf der einen Seite also ganz konkrete Fragen nach möglichen Sicherheitslücken auftauchen, geht es auf der anderen Seite um Basiswissen rund um das Online-Banking.

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Steffen Rudolph konzentriert sich schließlich vor allem darauf, die Möglichkeiten vorzustellen: Er erzählt von europäischen Ländern, in denen nur noch ungern Bargeld beim Bezahlen angenommen wird. „Bei uns sind viele Systeme vom Verbraucher aber noch nicht akzeptiert“, sagt er und denkt etwa an das kontaktlose Bezahlen im Supermarkt, das durch automatisches Scannen der Produktcodes im Wagen stattfinden könnte. „Vieles ist aber auch schon möglich“, sagt er dann und informiert die Senioren über „Mobiles Payment“ – per Karte, Smartphone oder Smartwatch mithilfe des NFC-Verfahrens. Statt einen Pin einzugeben, reicht das Auflegen der Karte oder des Smartphones auf die entsprechenden Geräte. „Die Banken haben aber Sicherheitsschranken eingebaut“, sagt Rudolph. Bei der Sparkasse ist das pinlose Einkaufen bis 50 Euro möglich – bei jedem fünften Einkauf muss der Kunde dann doch die Pin eingeben. „Das Verfahren ist dank einer verschlüsselten Kommunikation sicher“, sagt Rudolph. Wer dem Ganzen trotzdem nicht traue, könne die Funktion über seine Bank abschalten lassen. Und er sagt auch: „Bringt man dem Smartphone bei, eine Kreditkarte zu sein, ist der Schutz vor Missbrauch höher als bei der Plastikkarte.“ Die Karten nämlich seien funkfähig. Mit entsprechenden metallischen Hüllen könne zumindest verhindert werden, dass Kriminelle die Daten im Vorbeigehen auslesen. Aber: „Die Möglichkeit, dass Sie Opfer eines Enkeltricks werden, ist deutlich höher.“

Der Sparkassenberater macht dann einen Rundumschlag vom Online-Banking über Finanzsoftware bis hin zu Bezahlsystemen wie Paypal: „Es ist wichtig, dass das Handy oder der Computer nicht zu alt sind“, sagt er, „sonst entstehen Sicherheitslücken.“ Und beim WLan müsse darauf geachtet werden, eine verschlüsselte Funkverbindung zu nutzen. Er weist auf das kleine Vorhängeschloss neben der Adresszeile im Browser hin. Passwörter sollten mindestens einmal im Jahr geändert werden. Von Vorkasse bei Internetkäufen sei dringend abzuraten. Und bei Mails, die dazu aufrufen, über einen Link die Internetseite der Bank zu besuchen, um seine Daten zu bestätigen, sei grundsätzlich Vorsicht geboten: Kriminelle würden solchen Seiten bis aufs kleinste Detail nachbauen, um Daten abzugreifen. Und so kursierte denn auch am Freitag im Bergischen eine gefakte Sparkassen-Seite, die darauf abzielte. Der Fachmann betont: „Geben Sie immer selbst die Internetadresse ein“.

Darüber hinaus macht er vor allem Mut, sich auf die neuen Möglichkeiten einzulassen: 

Und zuletzt: „Es ist aber immer gut, ein bisschen Bargeld in der Tasche zu haben“, sagt Steffen Rudolph. Der Online-Experte ist schließlich ausgerechnet an dem Tag in Wermelskirchen zu Gast, an dem der großflächige Serverausfall einsetzt, der seitdem vielerorts das Bezahlen mit Karte unmöglich macht.