Wermelskirchen: Sekundarschule zwischen Skepsis und Lob

Wermelskirchen : Sekundarschule zwischen Skepsis und Lob

Einen regen Andrang erlebte am Samstag die Sekundarschule: Den Tag der offenen Tür nutzten viele Eltern, um sich in der neuen Schule an der Wirtsmühler Straße umzuschauen.

Am Samstagvormittag kamen viele Erwachsene in das Gebäude der neuen Sekundarschule und informierten sich. Klassenräume standen den Besuchern offen. Die, die sich die Fachbereiche anschauten, sahen den Fünftklässlern beim Musizieren und im Unterricht zu und tauschten sich mit anderen Eltern aus. Die Lehrer standen den Eltern dabei geduldig Rede und Antwort, denn Fragen gab es viele.

"Ich habe den Eindruck, dass uns sehr viele Eltern heute besuchen. Die Einführungsveranstaltungen waren voll", berichtete Michaela Becker, Lehrerin der Klasse 5b. Von ihr wollten die meisten Besucher wissen, wie das Lernbüro für selbstständiges Lernen funktioniert, oder wie effektiv das gemeinsame Lernen bei Schülern mit Empfehlungen für verschiedene Schulformen ist. "Ich war vorher an einer Realschule tätig und kann sagen, dass ich selbst überrascht bin, wie gut das hier klappt", berichtete Michaela Becker. "Die Schüler unterstützen sich gegenseitig, und es gibt gar keine Probleme. Die Schüler lassen sich super auf die neue Schule ein", sagte sie erfreut.

Sonderpädagogin Nathalie Kehl führte an diesem Tag gleich mehrere Elterngespräche: "Es ist positiv, dass Eltern ihre Ängste offen aussprechen", berichtete sie. Es gebe nach wie vor Vorbehalte gegenüber der neuen Schule, weil die Konzepte für alle Jahrgänge noch nicht komplett stehen. "Für Eltern ist das natürlich schwierig."

Viele Bedenken äußerte beispielsweise Anja Loepp offen gegenüber der Sonderpädagogin: "Ich mache mir natürlich Sorgen, ob mein Sohn - mit gymnasialer Empfehlung - hier seinen Leistungen entsprechend gefördert und gefordert wird", sagte die Mutter aus Emminghausen. Dazu sagte Nathalie Kehl: "Für diese Schulform ist es eine Herausforderung, weil alles neu ist. Andererseits ist es auch ein Vorteil, wenn man als Eltern an diesem Prozess teilnehmen kann." Nach dem intensiven Gespräch war Anja Loepp guter Dinge: "Die Schule macht einen sehr guten Eindruck, und es ist positiv, dass Elternengagement erwünscht ist."

(sebu)
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