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Wermelskirchen: Schwimmer werden Ersthelfer

Wermelskirchen : Schwimmer werden Ersthelfer

Den plötzlichen Herztod kann Jeder erleiden. Deshalb bildet die DLRG alle Hallenbadmitarbeiter und ihre 950 Mitglieder bereits ab dem zwölften Lebensjahr auch an den lebensrettenden Laien-Defibrillatoren aus.

Mehr als 100 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an plötzlichem Herztod, der Jeden, nicht nur Risikogruppen treffen kann. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Wermelskirchen hat sich deshalb ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, das Vorsitzender Günter Schuh formuliert: "

Jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer und ein Ersthelffer." Bereits ab dem zwölften Lebensjahr bildet die örtliche DLRG ihre Ersthelfer jetzt gleich mit dem Bronze-Rettungsschwimmerabzeichen am Laien-Defibrillator aus, dessen Einsatz bis zum Eintreffen der Profihelfer den plötzlichen Herztod um bis zu 40 Prozent zu verringern hilft.

150 DLRG-Mitglieder, zumeist Jugendliche sind bereits an dem sogenannten AED, dem Automatisierten Externen Defibrillatoren, ausgebildet worden. Und Günter Schuh betont das Ziel, nach und nach alle der derzeitigen 950 DLRG-Mitglieder am Laien-Defi ausbilden zu lassen. Auch im Hallenbad gibt es seit drei Monaten einen von der Stadtverwaltung angeschafften Defi, an dem Stefan Glatzel bereits elf seiner insgesamt 14 Kollegen ausgebildet hat. Denn er ist zugleich Einsatzleiter und Ausbilder der DLRG sowie auch Meister für Bäderbetriebe.

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Die Scheu nehmen

Die Wichtigkeit, Laien-Defis vorzuhalten und den Menschen die Scheu zu nehmen, damit auch als Ersthelfer aktiv zu werden, wird mittlerweile, wie die BM bereits berichtete, an allen Orten mit viel Publikumsverkehr gesehen. Behörden, Veranstaltungsorte, Gastronomie: Fast überall tauchen die kleinen Kästchen mit dem Defi mittlerweile auf. "Aber man muss sich trauen, sie auch zu benutzen.

Denn der Ersthelfer, der den Notruf alarmiert und dann zum Defi greift, ist das wichtigste Bindeglied zwischen dem Notfall und dem Eintreffen der Profihelfer", betont Ausbilder Stefan Glatzel. Und die Handhabung der Geräte ist kinderleicht, wie die BM bereits berichtete. Ein eingebautes EKG bestimmt sekundenschnell, ob der Stromstoß ausgelöst werden muss oder eben nicht. Auch der Ärztliche Leiter des Krankenhauses, Dr. Volker Launhardt, empfiehlt diese Defis und sagt: "Man kann damit nichts falsch machen, aber Schlimmeres verhindern."

Die Ausbildung der DLRG muss deshalb weniger den Gebrauch des Defi beinhalten. Sie dient vielmehr zur Ermutigung der Ersthelfer: "Es soll für Jeden ebenso selbstverständlich werden, zum Defi zu greifen, wie den Notruf zu wählen", wünscht sich der Ausbilder. Um diese Selbstverständlichkeit zu erreichen, sei der Gebrauch der Defis seit Anfang diesen Jahres auch ein fester Bestandteil jeder Erste-Hilfe-Ausbildung bei der DLRG, betont Günter Schuh.

(RP)