Wermelskirchen: Schultour-Musiker im Endspurt

Wermelskirchen : Schultour-Musiker im Endspurt

Heute ist der letzte Auftritt der Tour "Ohne Make-up".Abends beginnt in der Kuhler Heide das zweitägige "Youthnited"-Festival. Acht Bands treten dort auf. Der Veranstalter bietet einen Shuttle-Bus an.

Mit der zehnten Station endet am heutigen Freitag die Schultour an der Realschule in Hückeswagen. Gestern besuchte das Projekt, das in diesem Jahr unter dem Motto "Ohne Make-up" steht, die Sekundarschule und damit nach dem Berufskolleg die zweite Schule in Wermelskirchen. Zuvor war die vom Jugendcafé (Juca) des Evangelisch-freikirchlichen Sozialwerks Wermelskirchen organisierte "Schultour" bereits an Schulen in Radevormwald, Remscheid, Leichlingen, Erkrath, Burscheid und Opladen zu Gast. Ab 18 Uhr startet heute das zweitägige "Youthnited"-Festival in der Kuhler Heide in Wermelskirchen, bei dem die beiden Schultour-Bands "Solarjet" und "Soundbar" mit sechs weiteren Gruppen das musikalische Programm gestalten.

Gar nicht vorrangig um die Musik ging es beim Gespräch der "Soundbar"-Musiker mit der Klasse 6b an der Sekundarschule. Hier ging es mehr um die Hobbys der Jungen und Mädchen, um Erfolg und Misserfolg. Die elfjährige Bellikaya erzählte von ihrer Passion, dem Tanzen: "Ich kann schon viel, will aber besser werden. Ich muss halt immer weiter machen."

"Soundbar"-Sänger Andreas Pries (39 Jahre) stellte fest: "Unsere Hobbys machen uns doch aus, sagen viel über uns. Erfolg muss nicht zwingend das Erreichen des Ziels, sondern kann schon sein, auf dem richtigen Weg zu sein." Er berichtete von einem Jungen aus dem Irak, der seit drei Jahren in Deutschland ist: "Der hat mir gesagt: Ich bin erfolgreich, weil ich zu Schule gehen kann."

Sekundarschullehrerin Imke Hurlin betrachtete von außen das Geschehen, ohne sich stark in den Gesprächsverlauf einzumischen: "Durch solche Projekte wird Schülern, die nicht mehr motiviert sind, aufgezeigt, dass Schule Relevanz hat. Die Musiker und ihre Lebensgeschichten zeigen Perspektiven auf." Auf diese Weise würden Pädagogen eben "nicht an die Schüler herankommen".

Obwohl schon "Schultour"-erfahren, zeigte sich "Soundbar"-Gitarrist William Hesse im Gespräch mit unserer Zeitung beeindruckt von den Schülern, die ihm auf der "Schultour" begegnen: "Oft kommt es mir so vor, als würden wir mehr mitnehmen als die Kids. Mich fasziniert die Leichtigkeit, mit der Kinder Gleichberechtigung verstehen - die denken nicht wie Erwachsene in Sparten." Und weiter: "Mir geht es darum zu vermitteln, dass die Jungen und Mädchen auf ihrem Weg bleiben, ohne Vergleiche zu ziehen." Niemand solle von seinen Träumen ablassen und sich entmutigen lassen. Für die Musiker seien die Begegnungen auf der "Schultour" prägend.

Wie an den anderen Schulen auch, spielten "Solarjet" und "Soundbar" mit jeweils vier Liedern ein kurzes Konzert bei Sonnenschein auf dem Schulhof. In der ersten Reihe direkt vor den Musiker jubelte und applaudierte Bellikaya mit ihren Freundinnen.

(sng)
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