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Schulen in Wermelskirchen: Private Computerspende für die Sekundarschule

Digitales Lernen leicht gemacht : Eine Computerspende macht Lare glücklich

Gut gerüstet fürs digitale Lernen: Heinz-Günter Kunkel hilft zwei Schülerinnen aus der Sekundarschule mit einer privaten Spende eines Computers. Wie wichtig die technische Ausstattung der Schüler ist, zeigt sich besonders in der Corona-Krise.

Am liebsten ist ihr der Englischunterricht. „Das macht mir viel Spaß“, sagt Lare mit blitzenden Augen. Und pariert die Frage: How old are you? auch prompt richtig: eleven! Ihre beste Freundin Amira (12) ist anderer Meinung: Englisch? Nein! „Mathe ist doch viel cooler.“

Die vergangenen Monate waren aufreibend für die beiden Schülerinnen der Sekundarschule. Statt Unterricht im Klassenzimmer mussten sie zuhause lernen. Und das ohne Computer. Ein Umstand, der vielen Schülern in dieser Situation das Lernen schwer macht und über den unsere Redaktion auch berichtet hat.

„Als ich das gelesen habe, dachte ich nur: Das darf doch nicht wahr sein“, erinnert sich Heinz-Günter Kunkel. Der Wermelskirchener ist pensionierter Industriemeister und wollte sofort helfen. „Ich hatte einen Computer über, den ich spenden wollte.“ Dass der überhaupt „über“ war, liegt an einem Fenster. „Als ich in Rente ging, habe ich mein Büro umgestaltet und der Computer sollte vor dem Fenster stehen. Das klappte aber nicht, weil man dann nicht mehr zum Putzen ran kam“, gesteht er lachend. Die Lösung: Kunkel kaufte sich einen Laptop und ließ den Computer für eine Spende an die Schule aufbereiten.

Michaela Doege ist Klassenlehrerin der 5. Klasse und freut sich mit Lare (r.) und Amira, dass die beiden mit dem Computer künftig noch besser lernen können. Foto: Kathrin Kellermann

Den Kontakt zur Sekundarschule knüpfte Christian Vogeler von #wkhandinhand. Für Schulleiter Dietmar Paulig ein Segen: „Wir hatten zusammen mit den Lehrern eine Liste erstellt mit Schülern, die zuhause keinen Computer haben“, erklärt er. „Und einigen konnten wir schon helfen, weil wir intern an der Schule schon Tablets und Rechner mobilisiert haben“, sagt er.

Um aber alle Kinder fit fürs digitale Lernen zu machen, fehlte es der Schule an Mitteln. Umso glücklicher ist vor allem Lare heute über den aufgerüsteten Computer von Heinz-Günter Kunkel, den sie mit nach Hause nehmen darf. „Für die Hausaufgaben“, sagt das kurdische Mädchen und freut sich, dass ihre beste Freundin Amira, die sieben Geschwister hat, künftig noch besser mir ihr zusammen lernen kann.

Lare ist glücklich über den Computer, mit dem sie künftig ihre Hausaufgaben machen kann. Foto: Kathrin Kellermann

„Die beiden haben das wirklich verdient“, sagt Klassenlehrerin Michaela Doege, die die 23 Kinder ihrer Klasse in der Corona-Krise digital unterrichtet hat. „Wir haben das mit Chatgruppen übers Handy, einer Lern-App und Videokonferenzen gut hinbekommen“, sagt sie. Besonders stolz ist sie auf die Kids, die ohne Computer und Drucker „so toll mitgearbeitet haben“.

Auch persönlich hatten die Lehrer der Sekundarschule Kontakt mit ihren Schützlingen – mit dem vorgegebenen Abstand. „Alle zwei Wochen haben die Kinder am Fenster der Schule neue Aufgaben bekommen und erledigte Arbeiten abgegeben“, sagt Doege. Hausaufgaben, die Lare und Amira mit dem neuen Computer noch mehr Spaß machen.

Übrigens Um digital in den Schulen aufzurüsten, hat das Unternehmen Wischnat Zerspanungstechnik 2000 Euro gespendet. Wenn auch Sie Schülern helfen wollen und einen funktionsfähigen Computer besitzen, den Sie selbst nicht mehr nutzen, aber spenden möchten, wenden Sie sich an die Initiative #wkhandinhand.de, die alle Geräte- oder Geldspenden an die Schulen weiterleiten, die Bedarf anmelden.