Brandschutz in Wermelskirchen Neues Feuerwehr-Domizil gilt als „Quantensprung“

Wermelskirchen · Bis Mitte Dezember will der Löschzug Dabringhausen von der Altenberger Straße in das neue Gerätehaus an der L 101 umziehen. Dort finden nicht nur bis zu sechs Großfahrzeuge einen überdachten Platz. Die Brandbekämpfer nahmen jetzt den symbolischen Schlüssel für den Neubau entgegen.

In der Fahrzeughalle des neuen Gerätehauses kommen bis zu sechs Großgefährte unter.

In der Fahrzeughalle des neuen Gerätehauses kommen bis zu sechs Großgefährte unter.

Foto: Stephan Singer

Das neue Feuerwehr-Gerätehaus an der L 101 in Dabringhausen gilt als „Quantensprung“ für die Wermelskirchener Feuerwehr und den örtlichen Brandschutz. Davon zeigten sich Feuerwehr-Chef Holger Stubenrauch, sein Stellvertreter Ingo Mueller und der Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr in Dabringhausen, Sebastian Engelke, im Gespräch mit unserer Redaktion überzeugt. Der Anlass: Sebastian Engelke nahm von Bürgermeisterin Marion Lück den symbolischen Schlüssel in Empfang, womit die Feuerwehr nunmehr sozusagen Hausherr des städtischen Gebäudes ist und das neue Domizil beziehen kann.

„Brandschutz lässt sich nur mit fachgerechten Unterkünften sicherstellen“, betonte Ingo Mueller die generelle Bedeutung von Gerätehäusern und deren Ausstattung. In der Halle des neuen Gebäudes in Dabringhausen finden bis zu sechs Großfahrzeuge Platz. Dazu gesellen sich ein Schulungs- und Aufenthaltsraum, Küche, eine Zentrale, Umkleide- und Sanitärräume sowie Werkstätten.

„Für unseren Löschzug Süd der Freiwilligen Feuerwehr in Dabringhausen ist das neue Gebäude schon sehr speziell, denn am bisherigen Standort an der Altenberger Straße hatten wir einen Aufenthaltsraum, der auch Raum für alles andere war. Da können wir bei Regen noch nicht einmal trockenen Fußes in die Einsatzfahrzeuge steigen“, sagte Sebastian Engelke und kündigte an, dass der Umzug seines Löschzuges in das neue Domizil bis Mitte Dezember erfolge: „Das werden wir schaffen.“ Vielleicht werde es dann einen „Alarm-Umzug“ geben – sprich die Einsatzfahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht von der Altenberger Straße durch das Dabringhausener Dorf an die L 101 gefahren.

Im Kreis der am Bau federführend Beteiligten überreichte Bürgermeisterin Marion Lück den symbolischen Schlüssel an die Feuerwehr.

Im Kreis der am Bau federführend Beteiligten überreichte Bürgermeisterin Marion Lück den symbolischen Schlüssel an die Feuerwehr.

Foto: Stephan Singer

Eine erste Feier im neuen Gerätehaus ist demnach auch bereits angesetzt: Die Alters- und Ehrenabteilung der Wermelskirchener Feuerwehr, die traditionell vier Mal jährlich bei den Brandbekämpfern in Dabringhausen zu Gast ist, wird am 29. November ihre Weihnachtsfeier im neuen Gerätehaus abhalten.

Sebastian Engelke erinnerte an die „langwierige Geschichte“ bis es zum neuen Gerätehaus kam: „Ich bin 2000 in die Feuerwehr eingetreten. Da gab es Ideen und Gespräche dazu.“ Letztlich seien die ersten Vorplanungen für das jetzige Gebäude an der L 101 dann Ende 2018 erfolgt, den konkreten Entwurf gab es 2019, berichteten Architekt Thomas Rosiny, Projektleiter Stefan Peterek und der Fachplaner für Technische Gebäudeausrüstung, Dietmar Lindhorst, die im Auftrag der Stadt in Kooperation mit dem Amt für Gebäudemanagement den Neubau realisiert haben.

Passend in Feuerwehr-Rot lackiert: die Spinde in den Umkleideräumen des neuen Gerätehauses.

Passend in Feuerwehr-Rot lackiert: die Spinde in den Umkleideräumen des neuen Gerätehauses.

Foto: Stephan Singer

Für den alten Standort der Feuerwehr an der Altenberger Straße gibt es laut Hartwig Schüngel und Dino Künster vom Gebäudemanagement noch keine konkreten Pläne. Ein Verkauf stehe vorerst nicht zur Debatte, denn: „Lagerbedarfe sind genug da und dafür eignet sich das alte Gerätehaus allemal.“

Die Planung, dass die derzeitige Drehleiter von der Hauptwache der Feuerwache in der Innenstadt nach Dabringhausen wechselt und eine neue für die Stadtmitte angeschafft wird, bestätigte Holger Stubenrauch. Das entbinde die Menschen im Raum Dabringhausen jedoch nicht von der Pflicht, gegebenenfalls einen zweiten Rettungsweg an ihrem Gebäude nachzuweisen, denn: „Die Drehleiter wird ein Einsatzfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr – sie ist also nicht täglich 24 Stunden besetzt.“

Den zweiten baulichen Rettungsweg gebe nicht die Feuerwehr, sondern die Bauordnung vor. „Dennoch ist es natürlich eine Verbesserung des Brandschutzes, wenn der Löschzug in Dabringhausen über eine Drehleiter verfügt“, unterstrich Ingo Mueller. Nicht zuletzt hoffe die Feuerwehr auf einen „Magnet-Effekt“ durch zeitgemäße Gerätehäuser und Ausrüstung, die Freiwillige Brandbekämpfer anziehen – „denn diesen ehrenamtlichen Einsatz brauchen wir nach wie vor dringend.“

Ebenfalls zur Ausrüstung des Dabringhausener Löschzuges wird ein bereits bestelltes Einsatzfahrzeug sein, das ein 30 Jahre altes ersetzt. „Das erwarten wir im Mai oder Juni 2024. Wenn das Einsatzfahrzeug eingetroffen ist, wollen wir ein großes Einweihungsfest für das neue Gerätehaus feiern“, blickte Sebastian Engelke aus.

(sng)
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