Wermelskirchen: Riesenandrang im neuen Frischmarkt

Wermelskirchen: Riesenandrang im neuen Frischmarkt

Gestern eröffnete der neue Frischmarkt an der Hauptstraße in Dhünn. Bereits in der ersten Stunde nach dem Öffnen der Pforten drängten sich die Kunden im Supermarkt. Ab dem 7. Mai gehört auch ein DHL-Paketshop zum Angebot.

Mit ermunternden Ausrufen wie "Ja, natürlich" oder "Vollkommen logisch" bekräftigen die Kunden gestern im Frischmarkt Dhünn ihr Verständnis dafür, dass am Eröffnungstag noch nicht alles wie am sprichwörtlichen Schnürchen lief. Das Problem hatten die neuen Pächter Michael Kuhn und Annika Fricke im ehemaligen Dorfladen an der Hauptstraße schnell ausgemacht: Wider Erwarten waren nicht alle Produkte per Barcode im Kassensystem hinterlegt, so dass Mitarbeiterin Manuela Preißmann langwierig die einzelnen Artikelnummern eintippen musste. Die Dhünner Bürger, die bereits in der ersten Stunde nach der Öffnung zuhauf in den Frischmarkt strömten, störte das Schlangestehen aber wenig. Vielmehr nutzten sie die Zeit für einen Plausch und teilten ihre Freude darüber, dass endlich "ihr kleiner Supermarkt" wieder in Betrieb ist.

Nicht alle Produkte waren per Barcode im Kassensystem hinterlegt, so dass Mitarbeiterin Manuela Preißmann die einzelnen Artikelnummern eintippte. Foto: Moll Jürgen

Nach dem Abschluss der Renovierungsarbeiten, dem Einräumen und Registrieren der Produkte in die Regale sowie der Anordnung aller notwendigen Hilfsmittel wie beispielsweise Einkaufswagen stand Michael Kuhn und Annika Fricke zur Eröffnung die Erleichterung ins Gesicht geschrieben - und Anstrengung: So hatte das Betreiberpaar aus Solingen ihren Frischmarkt abends zuvor erst nach Mitternacht um 1 Uhr verlassen und war morgens um 5 Uhr bereits wieder vor Ort: "Wir haben bis zuletzt eingeräumt und gearbeitet. Eine kurze Nacht liegt hinter uns. Es ist noch nicht alles 100-prozentig, aber es klappt", meinte Annika Fricke lächelend im Eingangsbereich vor dem Regal für die frischen Backwaren, die die Dabringhausener Bäckerei Gosse täglich nach Dhünn liefert: "Ich freue mich über den gigantischen Zuspruch, der hier seit der ersten Minute herrscht."

Vom Duft der frischen Backwaren ließ sich auch Jürgen Bambeck überzeugen: "Sonst musste ich für meine Brötchen immer nach Dabringhausen fahren. Jetzt hole ich sie hier." Dabei will es der 69-jährige Rentner, der vor fünf Jahren der Liebe wegen von Essen nach Dhünn zog, nicht belassen: "Vor allem frische Produkte werde ich im Dhünner Markt einkaufen, wir müssen alle das Geld im Dorf lassen. Es ist nicht viel teurer, sondern im Rahmen." Darauf, dass der Frischmarkt dauerhaft von den Kunden angenommen wird, hofft ebenso Christiane Pleuser, die sich geduldig mit ihrem gefüllten Einkaufswagen in die Warteschlange reihte: "Der Markt ist nicht weit vom Schuss. Das ist genial für Jung und Alt. Ich finde das sehr gut, dass ein neuer Betreiber gefunden wurde. Und toll, dass über Mittag geöffnet ist, was sehr angenehm für Berufstätige ist." Insbesondere ältere, weniger mobile Mitbürger würden von dem Frischmarkt profitieren.

Ebenfalls in Dhünn lebt Peter Tebling, der den Dhünnschen besser unter seinem Spitznamen "Hermann" bekannt ist. Er hatte mit anderen freiwilligen Helfern in den vergangenen Tagen im Frischmarkt fleißig als "Mann für alles" mit angepackt und kommentierte den Andrang mit erfreutem Lächeln: "So müsste es jeden Tag sein." Und weiter: "Dass ich mitgeholfen habe, ist für mich selbstverständliche Nachbarschaftshilfe. Ich bin gerne für die Gemeinschaft da."

Einen Stehtisch zum Klönen bei einer Tasse Kaffee im Eingangsbereich des Frischmarktes vermissten nicht nur die "alten Herren" Peter Bongartz und Heinz-Otto Kotter, die ebenfalls vor der Eröffnung mitgeholfen hatten. Das sei lediglich der knappen Zeit geschuldet, betonten Annika Fricke und Michael Kuhn: "Einen solchen Bereich werden wir demnächst haben." Genauso wird noch ein DHL-Paketshop in den Frischmarkt Dhünn kommen. "Der wird am 7. Mai starten", kündigte Kuhn an.

Zur Eröffnung gratulierten neben Vertretern der Stadtratsfraktionen ebenso der Beigeordnete Stefan Görnert und Bundestagsmitglied Dr. Hermann-Josef Tebroke. Letzterer lobte das Geschehen in Dhünn: "Das sind Dinge, die sich nicht auf Bundesebene regeln lassen. Entweder so etwas gelingt vor Ort oder eben nicht."

(RP)