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Rheinsich-Bergischer Kreis/ Wermelskirchen Zehn Soldaten unterstützen Gesundheitsamt

Corona-Pandemie im Rheinisch-Bergischen Kreis : Zehn Soldaten unterstützen Gesundheitsamt

Die Bundeswehr hilft dem Rheinisch-Bergischen Kreis jetzt bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung. Das Ziel: Die steigenden Infektionszahlen rasch wieder zu verringern.

Der Notruf des Rheinisch-Bergischen Kreises ist anscheinend beim Bund angekommen: Seit Mittwoch unterstützen zehn Soldaten das Kreisgesundheitsamt bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung. Immerhin gehört der Rheinisch-Bergischen Kreis zum Risikogebiet. Notwendig geworden ist diese Hilfe, weil die Neuinfektionen anscheinend nicht mehr in den Griff zu bekommen waren. Im Lagezentrum sind aktuell knapp 20 Angestellte des Gesundheitsamtes im Einsatz sowie rund 15 Freiwillige aus anderen Abteilungen.

Etwa 20 Personen wurden neu eingestellt und 15 bis 20 weitere sollen folgen, verkündete jetzt die Pressestelle des Rheinisch-Bergischen Kreises. „Trotz der unermüdlichen Arbeit sind jedoch die rasant steigenden Zahlen von den Kreismitarbeitenden längst nicht mehr zu bewältigen“, erklärt der Kreisdirektor und Leiter des Krisenstabes, Dr. Erik Werdel. Er ist dankbar für die Unterstützung der Uniformierten, die seit kurzem im Großen Sitzungssaal des Kreishauses Heidkamp einquartiert sind und Kontakte nachtelefonieren. „Wir danken der Bundeswehr für ihre rasche und uneingeschränkte Bereitschaft, die Gesundheitsämter vor Ort zu unterstützen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Corona-Lage im Rheinisch-Bergischen Kreis.“

Hauptmann Jan Trockels, der den Einsatz im Kreis koordiniert, lobte: „Alle eingesetzten Kameraden sind freiwillig hier und stammen aus dem aktiven Dienst. Wir waren sehr erfreut darüber, wie wir hier aufgenommen wurden: Die Zusammenarbeit klappt sehr gut, die Einarbeitung lief zügig und reibungslos und alles ist sehr professionell gestaltet. Wir freuen uns, dass wir hier helfen und einen Dienst an der Gesellschaft leisten können.“

Markus Fischer, Gesundheitsdezernent und Leiter des Lagezentrums, würdigt den Einsatz des neuen Teams aus Bundeswehr und Zivilpersonen: „Bei der Kontaktverfolgung heißt es, sorgfältig, hochkonzentriert und vor allem ungeheuer schnell vorzugehen, um eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus‘ zu verhindern. Alle Mitarbeitenden im Lagezentrum leisten mit der Recherche der Kontakte und der Beratung Corona-Betroffener eine anspruchsvolle und herausfordernde Arbeit.“

Gleichwohl, so Fischer, würden mittlerweile die Beschäftigten mit teils harschen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern konfrontiert, die lange Wartezeiten monierten. Doch stiegen die Fallzahlen derart sprungartig wie im Moment, überfordere das nicht nur langfristig das Gesundheitssystem, sondern zuvor bereits die öffentlichen Anlaufstellen, wie etwa das Bürgertelefon, die Quarantäne-Hotline und eben die Kontaktpersonennachverfolgung.

Der Gesundheitsdezernent bittet deshalb darum, den Mitarbeitenden des Kreises und den Angehörigen der Bundeswehr in der kommenden Zeit ihre Arbeit im Lagezentrum so weit wie möglich zu erleichtern: „Wir sind darauf angewiesen, dass die Kontaktverfolgung so schnell wie möglich geht. Ein sogenanntes Kontakt‐Tagebuches beispielsweise erleichtert im Ansteckungsfall die Kontaktaufnahme ganz erheblich. Also schreiben Sie bitte auf, wen Sie wann getroffen haben, mit Schutzmaßnahmen oder ohne. Schützen Sie auf diese Weise Ihre Kontakte und erleichtern Sie unseren Beschäftigten ihre Arbeit.“

Man sei dringend darauf angewiesen, so Fischer, dass die Zahl der Infizierten nicht weiter so schnell zunehme. Das Personal aufzustocken, ist im Moment noch ein Mittel der Wahl, doch auch dieses Mittel hat organisatorische Grenzen.“

Wegen der massiv gestiegenen Infektionszahlen appelliert der Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. „Bitte reduzieren Sie Ihre Kontakte und halten Sie sich an Abstandsgebot und Hygieneregeln“, appelliert Kreisdirektor und Krisenstabsleiter Dr. Erik Werdel. „Es dient der gegenseitigen Rücksichtnahme und nur so können wir die zweite Welle ebenso wie die erste auch jetzt noch bewältigen.