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Rheinisch-Bergischer Kreis bereitet Besitzer auf Stallpflicht vor

Geflügelpest im Bergischen : Hühner erst im Sommer kaufen

Achtung Geflügelpest! Das Veterinäramt warnt jedoch mit Blick auf die Verbreitung der Pest davor, die Hühnerzucht jetzt zu vergrößern.

Für viele Gartenbesitzer war es schon während des ersten Lockdowns ein Traum, den sie sich erfüllt haben: täglich frische Eier von eigenen Hühnern. Hühnehaltung hat im Rheinisch-Bergischen Kreis zugenommen: 2020 haben sich rund 220 Hühnerhalter neu registrieren lassen. 2019 waren es nur 93. Jetzt rät das Veterinäramt jedoch mit Blick auf die Verbreitung der Geflügelpest zu äußerster Vorsicht beim Kauf von gackernden Gartenbewohnen. Denn: Derzeit besteht eine erhöhte Gefahr, dass die Geflügelpest durch den Kauf und den Handel mit Hühnern, Enten oder Gänsen verschleppt wird. Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig appelliert deshalb an Hühner- und Entenfans: „Bitte verschieben Sie den Erwerb der Tiere wenn möglich bis in die Sommermonate. Gerade Enten, aber auch Hühner, können bereits Träger des Virus sein, ohne dass man ihnen das ansehen kann.“

Die Gefahr, dass Wildvögel die Geflügelpest in Ställe einschleppen, besteht. Für einige Teile in NRW gilt bereits Stallpflicht. Auch Geflügelhalter im Kreis sollten sich Gedanken machen, wie sie ihre Tiere unterbringen, sollte die Stallpflicht angeordnet werden. Denn das bedeutet, dass sämtliche Stallungen der Tiere nach oben gegen Einträge, zum Beispiel Kot von Wildvögeln, gesichert werden müssen. Außerdem muss verhindert werden, dass Wildvögel ins Gehege eindringen. Schon jetzt gilt, dass Hausgeflügel nur an Stellen gefüttert werden darf, die für Wildvögel unzugänglich sind und dass nur Frischwasser gegeben wird.

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine durch ein Influenzavirus hervorgerufene Infektion von Geflügel und Wildvögeln. Das Virus befällt in der Regel zunächst Wildvögel, die es dann über den Vogelzug verbreiten und Hausgeflügel infizieren. Alle Nutzgeflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten, sind hochempfänglich für die Infektion. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet. Wasservögel erkranken seltener, scheiden das Virus aber aus und können es an andere Vögel weitergeben. Die Verbreitung der Geflügelpest kommt meist mit steigenden Temperaturen zum Erliegen. Für Menschen besteht nur bei intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel die Gefahr einer Ansteckung. Wer seine Geflügelhaltung bisher nicht angemeldet hat, wird gebeten, sich umgehend mit dem Veterinäramt unter Telefon 02202 13-6839 in Verbindung zu setzen.

(kel)