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Rhein-Berg: Trinkwasser in der Region soll weiter sauber bleiben

Wasserqualität : Landwirte und Umweltministerium kooperieren für sauberes Wasser

Landwirtschaft, Politik und Verbände wollen gemeinsam das Trinkwasser schützen. Das ist Teil einer gemeinsamen Kooperation. Die soll den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln, Nährstoffen und Krankheitserregern verhindern.

Das Bergische Land ist durchzogen von Talsperren. Die sehen nicht nur gut aus und sind beliebtes Ausflugsziel für den Spaziergang am Wochenende, sondern erfüllen auch einen ganz praktischen Zweck: Sie versorgen die Bevölkerung im Rheinisch-Bergischen Kreis und darüber hinaus mit Trinkwasser. Und die Qualität ist gut. Einen Beitrag dazu leisten laut CDU-Landtagsabgeordneten Rainer Deppe, auch 236 Landwirte im Bergischen Land. „Ohne eine schonende und angepasste Landbewirtschaftung wäre diese ausgezeichnete Wasserqualität, die allen Wasserkonsumenten zugutekommt, nicht denkbar“, schreibt er in einer aktuellen Mitteilung. Die Landwirte seien Teil einer freiwilligen Kooperation von Wupperverband, dem Aggerverband und den Stadtwerken Solingen. Die Bauern würden ihren Beitrag zur hohen Trinkwasserqualität leisten.

Viele Betriebe erhalten demnach eine individuelle Beratung. Dabei werden Themen wie die Düngeplanung, die Entnahme von Bodenproben oder Gülleverteilpläne thematisiert. Das alles geschieht mit dem Ziel, weniger Schadstoffe in den Boden, in Flüsse und letztendlich in die Talsperren abzuleiten. Ein neuer 12-Punkte Plan des Umweltministeriums NRW soll die Kooperationen jetzt weiter intensivieren. Der Ursprungsplan wurde bereits 1989 verabschiedet, ist also 30 Jahre aktiv. Beteiligt daran sind neben dem Ministerium auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches und verschiedene Landwirtschaftsverbände. Deppe, der Umwelt- und Landespolitiker der CDU, betont die Wichtigkeit der freiwilligen Kooperation: „Der entscheidende Erfolgsfaktor ist, dass beide Seiten auf freiwilliger Basis zusammengefunden haben und so wechselseitig verstehen, was für die Landwirte wichtig ist, nämlich gutes und ausreichendes Futter zu ernten, und was für die Wasserwerke wichtig ist, nämlich sauberes Wasser zu haben, das mit möglichst geringem Aufwand als wertvolles Trinkwasser in die Wasserleitungen eingespeist werden kann“, sagt er.

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Laut 12-Punkte Plan soll zwischen den Partnern ein „gegenseitiger Informationsaustausch stattfinden“. Wo Probleme und Schwierigkeiten auftreten, soll ein gemeinsames Handeln festgelegt und umgesetzt werden. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei laut Wupperverband die Düngeplanung. Gemeinsam mit einem Berater der Landwirtschaftskammer ist der Verband Ansprechpartner für die Landwirte. Durfte zum Beispiel früher noch bis Mitte November gedüngt werden, gilt heute eine Sperre von 1. November bis 1. Februar. Und selbst im Februar darf nur dann gedüngt werden, wenn es die Witterung zulässt. Falls der Boden den Dünger nicht aufnehmen kann, weil er gefroren ist, ist das verboten, weil der Dünger sonst ins Wasser gelangen könnte.

Daneben setzen Landwirte aber auch vermehrt Bachabzäunungen ein, die verhindern sollen, dass Wasser in Bächen und Flüssen verschmutzt wird. Außerdem können der Verzicht und der Einsatz neuer technischer Sicherungen an Güllebehältern einen Beitrag leisten, um die Wasserqualität im Kreis hochzuhalten. Anreiz dazu sind auch finanzielle Förderungen des Ministeriums, falls Bauern mehr für den Wasserschutz tun, als in den Regelungen des Landes festgesetzt ist. „Unsere Landwirtschaft stellt damit unter Beweis, wie sehr sie sich ihrer Verantwortung für qualitativ hochwertiges Wasser bewusst ist“, heißt es in der Mitteilung des CDU-Politikers Deppe.

Im 12-Punkte Plan heißt es, dass die regionalen Erkenntnisse auch Auswirkungen auf die Landesebene haben sollen. „Neben den etablierten Austauschgesprächen, werden bei Bedarf überörtliche oder thematische Veranstaltungen durchgeführt“, heißt es in dem Papier.

Der rheinisch-bergische Abgeordnete Rainer Deppe ist sich sicher, dass der neue Plan wichtig ist, um die Wasserqualität zu gewährleisten: „Mit dem neuen Programm wird die Zusammenarbeitet nochmals intensiviert“, teilt er mit. Die Talsperren sind also nicht nur ein schöner Ort für den Spaziergang, sondern versorgen die Region mit nötigem Wasser. Das soll auch in Zukunft sauber bleiben.