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Rhein-Berg: Jeder zweite Infizierte hat eine Virus-Mutation

Testungen im Rheinisch-Bergischen Kreis : Jeder zweite Infizierte mit Mutation

186 Wermelskirchener sind in Quarantäne. Das Lagezentrum des Kreises ist vom Coronavirus betroffen, auch die dort eingesetzten Bundeswehrsoldaten. Der Kreis zieht aus anderen Verwaltungsbereichen Personal zur Unterstützung ab.

Diese Entwicklung war zu erwarten gewesen: Jeder zweite neue Corona-Infizierte im Rheinisch-Bergischen Kreis ist positiv auf Virus-Mutationen getestet worden. Das teilt das Kreisgesundheitsamt am Mittwoch mit.

Die seit dem 1. Februar regelmäßig durchgeführten Nachtestungen aller positiven Corona-PCR-Testergebnisse im Rheinisch-Bergischen Kreis mittels eines Target-PCR-Tests auf das Vorliegen von Hinweisen auf Virus-Varianten hat ergeben, dass inzwischen in der dritten Woche die Häufigkeit von Mutationen bei 50 Prozent liegt. In der ersten Woche lag die Quote noch bei zehn Prozent, in der zweiten Woche bei rund 35 Prozent und jetzt bei 50 Prozent. Krisenstab-Sprecherin Birgit Bär: „Dies entspricht dem Bundesdurchschnitt. Die Auswertungen werden weiter fortgesetzt.“

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind 22 weitere bestätigte Corona-Fälle bekannt geworden, darunter eine Person aus Wermelskirchen. Es gelten 15 weitere Personen als genesen. 26 Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, befinden sich aktuell in Krankenhäusern im Kreisgebiet in stationärer Behandlung, davon sechs in intensivmedizinischer Betreuung und davon drei an Beatmungsplätzen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Landeszentrum für Gesundheit NRW nun bei 59,3.

385 Personen sind aktuell infiziert, darunter 55 Wermelskirchener. 972 Personen sind in Quarantäne, darunter 186 aus der Nordkreisstadt.

Zwei Mitarbeiter aus dem Lagezentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises sind unabhängig voneinander positiv auf die britische Variante des Coronavirus getestet. Für die 53 ermittelten Kontaktpersonen wurden zweiwöchige Quarantänemaßnahmen bis zum 11. März angeordnet.

Davon betroffen sind auch Angehörige der Bundeswehr. 19 Soldaten, die im Lagezentrum eingesetzt waren oder sind, befinden sich aktuell in Quarantäne. Nicht betroffen von den Maßnahmen sind drei Soldaten, die erst nach den Testungen und der Anordnung der häuslichen Absonderung neu ins Team hinzugekommen sind. „Die Bundeswehr schickt für die ausgefallenen ­Kräfte kurzfristig Ersatz“, erklärt Birgit Bär. Somit sind zwölf Soldaten weiterhin im Lagezentrum im Einsatz.

Von den 53 im Lagezentrum betroffenen Personen wurden inzwischen 29 getestet. Davon liegen bereits fünf negative Testergebnisse vor, 24 Testergebnisse stehen noch aus. Inzwischen konnten 19 Personen so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben im Home-Office wahrnehmen, teilt die Kreisverwaltung mit. Außerdem werden zwölf Mitarbeiter aus anderen Aufgabenbereichen der Kreisverwaltung Aufgaben im Lagezentrum wahrnehmen. Birgit Bär: „Zusammen mit zwölf Bundeswehrangehörigen können die Einschränkungen des Dienstbetriebes kurzfristig durch die Aktivierung von 43 Mitarbeitenden weitestgehend kompensiert werden.“

Die Bearbeitung der positiven Testergebnisse und die darauf folgende Kontaktpersonen-Nachverfolgung seien weiterhin sichergestellt. Lediglich am Bürgertelefon und in der Beantwortung von E-Mails und Post kommt es noch zu leichten Verzögerungen.

(tei.-)