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Rhein-Berg: Herbert Reul ist CDU-Landtagskandidat 2022

Wermelskirchener Christdemokraten setzten auf das „richtige Pferd“ : Herbert Reul ist CDU-Landtagskandidat

Bei vielen der aus Wermelskirchen anwesenden Christdemokraten herrschte unübersehbare Freude über den deutlichen Wahlsieg des amtierenden NRW-Innenministers bei der Kampfabstimmung zur Kandidatenkür.

Rund um die Johannes-Löh-Gesamtschule in Burscheid kreisten die Fahrzeuge auf der schwierigen Suche nach einem Parkplatz, am Einlass bildeten sich lange Warteschlangen. Mit 20 Minuten Verspätung konnte die Wahlkreismitgliederversammlung zur Kandidatenkür für den Landtagswahlkreis 22 (Rhein-Berg II) beginnen. 227 CDU-Mitglieder aus Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath und Wermelskirchen kamen – so viele, dass nicht mehr alle einen Sitzplatz ergattern konnten.

Angesichts der Besuchermenge vermochte Wermelskirchens CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stefan Leßenich die Zahl der aus Wermelskichen anwesenden Parteikollegen nur schätzen: „30 sind es bestimmt.“ Leßenich und sein Stadtverbandsvorstand hatten sich vor der Entscheidung, die die CDU als basisdemokratisches Instrument versteht, weil alle Mitglieder zur Wahl aufgerufen sind, festgelegt. Die Wahlempfehlung lautete: Herbert Reul.

Damit setzten die Stadtverbandsfunktionäre auf „das richtige Pferd“, denn der amtierende NRW-Innenminister aus Leichlingen und ehemalige Lehrer am Wermelskirchener Gymnasium ließ den Vorsitzenden des CDU-Kreisverbands, Uwe Pakendorf, sowie den Außenseiter Stefan Knecht, bei der Kampfabstimmung deutlich hinter sich: Reul vereinte im ersten Wahlgang mit einer Enthaltung 161 Stimmen, also 71,2 Prozent, auf sich. Pakendorf brachte es auf 59, Knecht auf  sechs Stimmen.

 Die Wermelskirchener Friedel Burghoff, Stefan Leßenich, Therese Rehn (v.l.) und Thorsten Schmalt (r.) freuten sich mit Herbert Reul über dessen klare Nominierung.
Die Wermelskirchener Friedel Burghoff, Stefan Leßenich, Therese Rehn (v.l.) und Thorsten Schmalt (r.) freuten sich mit Herbert Reul über dessen klare Nominierung. Foto: Stephan Singer
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Während der geheimen Abstimmung sagte der Wermelskirchener CDU-Chef den NRW-Innenminister als Sieger der Kandidatenwahl voraus. Allerdings vermutete er zu diesem Zeitpunkt ein weniger klares Ergebnis: „Es wird ein knappes Rennen zwischen Pakendorf und Reul – wahrscheinlich gibt es eine Stichwahl.“ Nach der Verkündung des dann deutlicheren Wahlergebnisses war vielen der Wermelskirchener Christdemokraten ihre Freude unverkennbar anzusehen, was Stefan Leßenich kommentierte: „Herbert Reul ist hoch anerkannt. Und Herbert Reul hat der CDU in Wermelskirchen immer geholfen – war da, wenn wir ihn gerufen haben.“ Uwe Pakendorf habe da deutlich weniger mit dem sogenannten „Nordkreis“ im Rheinisch-Bergischen Kreis zu tun.

Auf seine Nominierung zum CDU-Kandidaten für die Landtagswahl im Bereich der Städte Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath und Wermelskirchen reagierte Herbert Reul mit verschmitzter Glückseligkeit: „Dass ich alter Mann mich noch mal so sehr über ein Wahlergebnis freuen würde“.

 NRW-Innenminister Herbert Reul (M.) setzte sich mit 161 Stimmen vor den Mitbewerbern Uwe Pakendorf (r. / 59) und Stefan Knecht (6) durch. 
  Foto: Uwe Miserius
NRW-Innenminister Herbert Reul (M.) setzte sich mit 161 Stimmen vor den Mitbewerbern Uwe Pakendorf (r. / 59) und Stefan Knecht (6) durch. Foto: Uwe Miserius Foto: Miserius, Uwe (umi)

Zuvor hatte der 69-Jährige, der den Landtagswahlkreis vom Abgeordneten Rainer Deppe (stellt sich nicht mehr zur Wahl) übernimmt, eingestanden, dass es „schon eine komplizierte Lage“ sei, neben dem Kreisvorsitzenden zu kandidieren. Aber: Er habe seine Kandidatur angemeldet, als von den Ambitionen Pakendorfs noch keine Rede gewesen sei. Er wolle weder Ministerpräsident werden, noch wolle er eine „Extra-Wurst“. Seinen Anspruch, dass die CDU die NRW-Landtagswahl 2022 gewinnt und er dann Innenminister bleibt, untermauerte Reul zwischen den Zeilen: „Es ist ein Neuanfang in der Innenenpolitik geschaffen. Ich wollte beweisen, dass man dieses Land sicherer machen kann. Wir brauchen eine zweite Legislaturperiode, damit sich die Wirkung richtig entfalten kann.“

Herbert Reul habe festgestellt, dass er Vertrauen genieße, und deshalb seinen ursprünglich Plan, nur eine Periode in der Landesregierung mitzuwirken, geändert: „Das will ich mit vollem Einsatz, mit einem Mandat als Landtagsabgeordneter.“ Dafür wolle er im Wahlkreis arbeiten. Dem Hinweis von Uwe Pakendorf, dass Reul über einen sicheren Listenplatz in den Landtag einziehen könne, erteilte Reul damit eine einstweilige Absage. Während Pakendorf und Knecht im Hinblick auf das Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl viel von „Neuanfang“ und „Aufbruch“ sprachen, gab Reul die Devise „Weiterentwicklung“ aus: „Der Marken-Kern der CDU ist für mich unantastbar.“

Während Herbert Reul, obwohl von einem grippalen Infekt geschwächt, noch das eine oder andere Gespräch in „seinem“ Heimatwahlkreis suchte, verließ Uwe Pakendorf die Aula der Burscheider Gesamtschule schnell nach Ende der gut zweieinhalbstündigen Versammlung. In seinem Schlusswort appellierte der rheinisch-bergische CDU-Kreisvorsitzende an den Zusammenhalt der Parteimitglieder, mit dem der Landtagswahlkampf nunmehr anzugehen sei.