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Rettungstaucher Christian Behnke aus Wermelskirchen

Blaulicht-Spezialisten Christian Behnke aus Wermelskirchen : Im Wasser ist er in seinem Element

Christian Behnke stellt sich in den Dienst der Allgemeinheit: Als DLRG-Taucher unterstützt er den Katastrophenschutz.

Es ist ruhig. In dem Moment, in dem Christian Behnke mit seiner Ausrüstung abtaucht, wird es still. „Das habe ich schon immer am Tauchen gemocht“, sagt der 39-Jährige. Das Wasser ist meistens kalt, die Sicht reicht nicht weiter als 30 Zentimeter. Mit Hobbytauchen in der Südsee habe das gar nichts zu tun, sagt der Rettungsschwimmer. Und doch ist er in seinem Element, wenn er abtaucht und an der Schnur, über die ihn sein Kollege sichert, den See unter die Lupe nimmt. Christian Behnke und seine Kollegen vom Tauchteam der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) kommen meistens dann ins Spiel, wenn die Not groß ist. Wenn Menschen im Wasser vermisst werden, wenn Lebensmüde von einer Brücke gesprungen sind. Und auch dann, wenn Autofahrer vom Weg abgekommen sind und den Pkw im Wasser versenkt haben. Dann alarmiert die Feuerwehr nach und bei Christian Behnke klingelt das Alarmierungshandy.

„Ich zieh mich dann schon im Auto um“, erzählt er. Und wenn er gemeinsam mit dem Reservetaucher, dem Signalmann und dem Kollegen, der ihn sichern wird, am Einsatzort angekommen ist, geht meistens alles ganz schnell. Dann fehlen noch die Atemausrüstung und die Flossen und Christian Behnke ist einsatzbereit. „Für mich ist es gar nicht schlimm, unter Stress zu arbeiten“, sagt er, „und auch auf den schlimmsten Fall sind wir vorbereitet.“ Das galt damals, als die DLRG aus der Remscheider Talsperre eine Leiche bergen musste und auch als im September in Leichlingen Personen in der Wupper gesucht wurden. Christian Behnke taucht. Strategisch sucht die DLRG die Gewässer ab, birgt Menschen und Material.

Christian Behnke als Rettungstaucher in seinem Element. Foto: Behnke

Zwei Jahre lang besuchte Behnke regelmäßig Schulungen und Lehrgänge, um die Taucherausbildung erfolgreich zu absolvieren. Jedes Jahr muss er eine bestimmte Anzahl an Stunden unter Wasser verbringen, um weiter für die DLRG tauchen zu können.

Christian Behnke als Rettungstaucher in seinem Element. Foto: Behnke

Am Fühlinger See, in der Agger, der Bever, am Hitdorfer See sammelt der Rettungsschwimmer die Stunden, wenn die Einsätze mal nicht reichen. Und dann ist er in seinem Element. „Seit ich drei bin gehöre ich zur DLRG“, sagt er, „das ist eine Familiensache.“ Seinen Eltern sei es wichtig gewesen, dass die Kinder früh das Schwimmen lernen. Und er lernte. Hier gründete er Freundschaften und trat bei Wettkämpfen an.

Als Christian Behnke 17 wurde, entschied er sich für den Wasserrettungsdienst. Der Einsatz an den Seen, im Freien, in der besonderen Gemeinschaft der Kameraden habe ihn das Wettkampfschwimmen aufgeben lassen. „Und damals war auch Baywatch gerade sehr beliebt“, sagt er lachend. Also bezog er mit den Vereinskollegen, die längst zu Freunden geworden waren, die „Wachtürme“ am Fühlinger See. Er machte den Bootsführerschein und die Wachleiterausbildung und entschied sich für den Zivildienst im Rettungswagen. Er trat die Banklehre statt das Medizinstudium an, blieb bei der DRLG und machte vor 18 Jahren den Tauchschein.

Innzwischen unterstützen die DLRG-Taucher aus Wermelskirchen auch die Hubschraubergestützte Wasserrettung und arbeiten etwa bei Hochwasser mit der Bundespolizei zusammen. „Wir sind bei Wind und Wetter draußen“, erzählt Behnke, „wir verlassen uns aufeinander und auf unsere Material.“ Und darauf können sich auch die Menschen verlassen.