Toilettenbewirtschafterin: Realschule verabschiedet die "gute Seele" Gabi Rieseberg

Toilettenbewirtschafterin: Realschule verabschiedet die "gute Seele" Gabi Rieseberg

) Viele Schüler, Lehrer und Eltern der Realschule Wermelskirchen sagen: Gabi Rieseberg war "die gute Seele" der Schule. Kamen die Kinder und Jugendlichen mit kleinen oder großen Problemen zu ihr, hat sie ihnen in den etwa zehn Jahren ihres Wirkens als Toilettenbewirtschafterin aus der Seele gesprochen und geholfen.

) Viele Schüler, Lehrer und Eltern der Realschule Wermelskirchen sagen: Gabi Rieseberg war "die gute Seele" der Schule. Kamen die Kinder und Jugendlichen mit kleinen oder großen Problemen zu ihr, hat sie ihnen in den etwa zehn Jahren ihres Wirkens als Toilettenbewirtschafterin aus der Seele gesprochen und geholfen.

Ariane Burghoff (links) und Kristina vom Stein (beide 8a) dankten Gabi Rieseberg für ihre langjährige Arbeit. - Blumen gab es von der Schulpflegschafts- und Fördervereinsvorsitzenden Kai Haas. Foto: Leyhausen/Realschule

Dass so etwas nicht einseitig sein kann, haben verschiedene Aktionen der Realschüler bewiesen. Ein Highlight war der Sponsorenlauf, bei dem sich alle Schüler bemüht und angestrengt haben, für "ihre Gabi" Geld zu sammeln, damit sie an der Schule bleiben konnte.

Gabi Rieseberg hat zu einer hohen Zufriedenheit an der Realschule beigetragen. Das Thema Toilettenhygiene und Sauberkeit wird oft noch als Tabu gesehen, und bei einigen kommt ein gewisses Fremdschämen hoch. Nicht so bei Gabi Rieseberg. Durch ihren unkomplizierten Umgang mit dem Thema kam eine Offenheit zum Tragen, die beispielhaft für viele Schulen wäre.

Warum aber überhaupt eine "Klofrau"? Die Idee stammt von Bernhard Meier, dem langjährigen Leiter der Realschule. 2005/2006 wurde es konkreter, da die unbeaufsichtigte Toilettenanlage völlig verdreckt war. Kleinere Schüler trauten sich nicht mehr auf die Toilette, Kippenreste in der Schüssel waren bei Jungen und Mädchen bald üblich, die Wände beschmiert. Kein Aushängeschild, zumal ja auch noch das Theater in der Realschule stattfand und die Besucher ebenfalls die Toilettenanlage benutzten.

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In den Weihnachtsferien 2006 wurde dann mit viel Geld eine neue Anlage für etwa 70 000 Euro gebaut. Meier wollte verhindern, dass auch die bald verdreckt war. Die Realschul-Eltern unterstützten ihn. Das ergab eine Umfrage. Von den 659 abgegebenen Voten stimmten 81 Prozent für einen "Pinkel-Obolus", um die Finanzierung einer Toilettenfrau zu ermöglichen. Arbeitgeber ist seither der Förderverein.

Die Schulgemeinschaft der Realschule dankte jetzt Gabi Rieseberg für ihre langjährigen Dienste und Treue. Sie wünscht, dass sie in Zukunft immer wieder auf Menschen trifft, die ihr das zurückgeben können, was sie den Kindern und Jugendlichen der Realschule Gutes getan hat.

Die erste große Pause am Mittwoch wurde bei strahlendem Sonnenschein zu einem Abschiedsfest mit Tanzvorführungen, Präsenten und Dankesreden für die "gute Seele" der Realschule.

Die Bewirtschaftung wird nach Informationen der Bergischen Morgenpost fortgesetzt, hieß es aus der Realschule. Der Förderverein verhandelt derzeit mit Interessenten, die die Aufgabe übernehmen wollen.

(CL/tei.-)
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