Wermelskirchen: Randalierer wüten nachts im Freibad

Wermelskirchen : Randalierer wüten nachts im Freibad

Schock für die ehrenamtlichen Helfer: Unbekannte kletterten in Dabringhausen nachts über einen Zaun und warfen eine Sitzbank, mehrere Beton-Schirmständer und einen Stahl-Mülleimer ins Schwimmbecken. Polizei hofft auf Zeugen.

Schwimmmeister Rolf Bäumchen traute seinen Augen nicht, als er gestern Morgen um 8 Uhr im Freibad Dabringhausen – wie an jedem Morgen in den Sommerferien – die Vorkehrungen für den Badebetrieb treffen wollte. Gestern war von Routine nichts zu spüren, sein Blick erstarrte, als er das Schwimmbecken sah. Unbekannte hatten in der Nacht im Freibad randaliert, sie warfen eine Sitzbank aus Holz, mehrere schwere Schirmständer aus Beton und einen Stahl-Mülleimer ins Schwimmbecken. Zwei weitere Schirmständer aus Plastik schwammen an der Wasseroberfläche. Auch im Nichtschwimmerbecken trieben die Randalierer ihr Unwesen und schmissen zwei Beton-Ständer ins Wasser. Am Beckenrand ließen sie leere Bierflaschen und Kronkorken zurück.

Mehrere ehrenamtliche Helfer fanden sich daraufhin gestern Morgen schnell im Freibad ein und holten die schweren Gegenstände gemeinsam wieder aus den Becken. Die freiwilligen Helfer reagierten schockiert. "So etwas ärgert uns gewaltig. Unsere ehrenamtliche Arbeit wird mit Füßen getreten", sagte Michael Unbehaun, Vorsitzender des Fördervereins Freibad Dabringhausen (FFD).

Die Ehrenamtler erstatteten Anzeige, die Ermittlungen der Polizei laufen. Es ist davon auszugehen, dass mindestens zwei Personen die Sachbeschädigungen im Freibad begangen haben, teilte die Polizei mit. Die Bank und die Schirmständer können nun zwar weiter genutzt werden, es ist aber davon auszugehen, dass durch den Aufprall der schweren Gegenstände Kacheln in den Becken beschädigt worden sind. "Diese müssen wir austauschen, und das kostet Geld", sagte Unbehaun verärgert. Wie viele Kacheln beschädigt sind, könne man erst endgültig feststellen, wenn das Wasser aus dem Becken abgelassen wird.

Die Täter waren über einen Zaun geklettert und hatten sich so Zugang zum Freibad verschafft. "Wir werden den Zaun an dieser Schwachstelle nun besser absichern, damit so etwas nicht wieder vorkommt", kündigte Unbehaun an. Es ist nicht der erste Vorfall in der Freibad-Saison 2013: Bereits vor etwa zwei Wochen verschafften sich drei Personen nachts verbotenerweise Zugang zum Bad in Dabringhausen, berichtete der Vorsitzende des Fördervereins.

Die Polizei traf die Personen vor Ort an und verwies sie des Freibades. "Wir haben damals auf eine Anzeige verzichtet, weil kein Schaden entstanden ist", sagte Unbehaun. Das sehe nun anders aus: "Wir hoffen, dass sich Zeugen melden, die rund um das Freibad etwas Verdächtiges gesehen haben."

(RP)
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