Wermelskirchen: "Radieschen" - kleiner Verein mit großer Wirkung

Wermelskirchen : "Radieschen" - kleiner Verein mit großer Wirkung

Die Runde war klein, die Versammlung schnell über die Bühne gebracht: Der Effekt des Vereins "Radieschen" allerdings kann sich sehen lassen. Das bestätigte ein Blick auf die Jahresberichte während der Hauptversammlung: Mit 4000 Euro unterstützte "Radieschen" im vergangenen Jahr Familien, damit die Kinder in der Schule ein warmes Mittagessen bekommen können.

Wer die Kosten dafür selber nicht tragen kann, bekommt die Unterstützung des Vereins.

Der springt auch ein, wenn Kindern die Teilnahme am kulturellen oder sportlichen Leben unmöglich ist, weil ihren Eltern das Geld fehlt. Mehr als 7000 Euro stellte der Verein im vergangenen Jahr zur Verfügung, damit Jungen Fußballschuhe bekommen konnten, ein talentiertes Mädchen Gesangsunterricht. Darüber hinaus hilft "Radieschen" auch dann, wenn sich Schüler des Gymnasiums die Skifreizeit nach Obertauern nicht leisten können. Entsprechende Anträge stellen die Eltern, über ihre Bewilligung entscheidet der Verein. Die Erleichterung in den Familien ist oft groß.

"Wir bekommen allerdings selten Rückmeldungen", sagte Geschäftsführerin Birgit Ludwig-Schieffers und berichtete von einer rührenden Ausnahme: Die Mutter eines Schülers hatte sich für die Unterstützung für die Obertauern-Reise bedankt. "Sie nehmen mir eine große Sorge, obwohl sie uns überhaupt nicht kennen", hatte die Frau geschrieben und die Vereinsmitglieder bewegt und motiviert.

Ausgefallen war aus finanziellen Gründen im vergangenen Jahr das Zirkus-Projekt in den Herbstferien. etwa 11.000 Euro lässt sich der Verein die Aktion für gewöhnlich kosten - 4000 Euro kommen durch Teilnahmegebühren wieder rein. "Der Kostenaufwand ist groß", sagte Bürgermeister Rainer Bleek und kündigte an, die Aktion nur noch alle zwei Jahre auf die Beine zu stellen. Für die Herbstferien ist das Zirkus-Projekt ausgeschrieben. 57 Anmeldungen seien innerhalb kürzester Zeit eingegangen.

Währenddessen sorgen heimische Unternehmen und Privatleute mit ihren Spenden dafür, dass die Arbeit fortgesetzt werden kann. 15.800 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen. "Es ist schön, dass wir so viele Spenden erhalten, dass wir nicht nur finanzielle Unterstützung beim Mittagessen leisten, sondern auch besonderen Fähigkeiten von Kindern fördern können", sagte Bürgermeister und Vorsitzender Rainer Bleek.

Die Mitglieder bestätigten mit Rainer Bleek, dessen Stellvertreter Jochen Bilstein und Geschäftsführerin Birgit Ludwig-Schieffers einstimmig den kompletten Vorstand. Im nächsten Jahr wolle sich der Verein verstärkt um Schwimmkurse kümmern, kündigte die Geschäftsführerin an. Zu viele Kinder könnten nicht mehr schwimmen, Eltern die Kosten für Kurse nicht tragen. Nun sollen Kontakte zur DLRG vertieft werden, um über eine Realisierung zu reden.

(resa)
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