Wermelskirchen Radar-Kontrollen schrecken Raser ab

Wermelskirchen · 24 Stunden hat die Polizei die Geschwindigkeit der Autofahrer überprüft. Ergebnis: Die große Mehrheit hält sich ans Tempolimit. Für die Polizei ist das ein positives Zeichen. An der B 51 in Neuenhaus wird nur eine Fahrerin "geblitzt".

 B 51 in Neuenhaus gestern Vormittag: Achim Oberließen (r.) und Udo Lindemann kontrollieren die Geschwindigkeit der Auto- und Motorradfahrer. Die meisten sind deutlich langsamer als die erlaubten 50 km/h unterwegs.

B 51 in Neuenhaus gestern Vormittag: Achim Oberließen (r.) und Udo Lindemann kontrollieren die Geschwindigkeit der Auto- und Motorradfahrer. Die meisten sind deutlich langsamer als die erlaubten 50 km/h unterwegs.

Foto: Nico Hertgen

B 51 in Neuenhaus, Dienstagmorgen 10.32 Uhr: Polizeihauptkommissar Achim Oberließen blickt durch das Laser-Messgerät, visiert einen Autofahrer in rund 400 Metern Entfernung an und muss schmunzeln. "41 km/h", ruft er seinen beiden Kollegen Alexander Wittgen und Achim Oberließen zu, als der schwarze Pkw sich nähert. Erlaubt sind 50 km/h. "Heute ist es sehr ruhig, wir haben seit 6 Uhr fast noch keine Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Teilweise sind die Autofahrer extrem langsam unterwegs", berichtet Wittgen.

24 Stunden lang, bis Mittwochmorgen um 6 Uhr, hat die Polizei in Wermelskirchen und im übrigen Kreisgebiet verstärkt die Geschwindigkeit der Autofahrer kontrolliert. 30 Polizisten waren im Einsatz. Vor allem an Schulwegen, in der Nähe von Kindergärten und Seniorenheimen, an statistisch belegten Unfallschwerpunkten sowie an von Bürgern vorgeschlagenen "Wutpunkten" wurde geblitzt. "Der landesweite Blitz-Marathon hat sich herumgesprochen. Wer heute zu schnell erwischt wird, ist wirklich selber schuld — oder es sind Autofahrer, die grundsätzlich zu schnell fahren", sagt der Polizeihauptkommissar.

85 Autofahrer kontrollieren die Polizisten am Dienstag an der B 51 in Neuenhaus. Fast 45 Minuten dauert es, bis der erste Tempo-Sünder geblitzt wird. Es ist eine junge Frau, die mit ihren zwei kleinen Kindern zum Einkaufen unterwegs ist. Sie fährt 68 statt der erlaubten 50 km/h. Drei Stundenkilometer werden als Toleranz abgezogen, bleiben immer noch 15 km/h zu viel. Die junge Frau muss ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro zahlen. Etwas genervt zückt sie ihre Scheckkarte und begleicht den Betrag direkt vor Ort.

"Ich habe nicht mitbekommen, dass heute verstärkt kontrolliert wird, war in Gedanken und habe nicht aufgepasst. Das ist ja ein toller Beginn des Tages", sagt die Wermelskirchenerin, die nur wenige Meter von der Messstelle entfernt wohnt und gerade erst zu Hause losgefahren war. "Ab jetzt werde ich aufpassen", sagt sie.

Die junge Mutter bleibt die Einzige, die in dieser Zeit zu schnell über die 51 in Richtung Burscheid fährt. "So wenig Verstöße auf dieser stark befahrenen Straße — das ist schon ungewöhnlich", stellt Alexander Wittgen fest. Zumal das Wetter gestern den Rasern eigentlich in die Karten gespielt hat. "Bei schönem Wetter wird deutlich schneller gefahren", berichtet der Polizeihauptkommissar. Die meisten Autofahrer seien durch die Berichterstattung in den Medien sensibilisiert worden, andere seien zudem von entgegenkommenden Autofahrern "vorgewarnt" worden.

Dass letztlich nur wenige Autofahrer geblitzt wurden, die Polizisten nicht. Im Gegenteil: "Die Botschaft des Blitz-Marathons ist angekommen. Die Bürger halten sich an die Verkehrsregeln", betont Wittgen. Das Verkehrsverhalten habe sich in den vergangenen Jahren insgesamt positiv entwickelt. "Trotzdem muss man an dem Thema dranbleiben", findet Wittgen. Um 11 Uhr packt Achim Oberließen das Laser-Messgerät wieder ins Auto. Die drei Polizisten müssen weiter — zur nächsten Messstelle im Südkreis.

(RP/rl)
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